Was die Welt nicht braucht

Es gibt vieles, was man nicht braucht. Wer schon mal auf einem Flug in diese Sky Mall Kataloge geblickt hat, der weiß, wovon ich spreche. Rosafarbene Nasenhaarentwurzeler oder Bauchnabelfusselkissen oder… Es gibt eine Unmenge an Dingen, die wirklich kein Mensch haben muß. Und nun ist die Welt um etwas „reicher“, was auch wirklich niemand bräuchte: Der Sarah Palin Fernsehkanal.

Ja, die kurzzeitige Gouverneurin von Alaska, die Vize-Präsidentschaftskandidatin im Team John McCain, die FOXNews Kommentatorin, das Darling der Tea Party hat nun einen eigenen Online Kanal gegründet. Für 9,95 Dollar Monatsgebühr kann man sich Palin rund um die Uhr ins Wohnzimmer, ins Schlafzimmer oder via Smartphone bei einer Sitzung aufs Klo holen. Sie will einen direkten Blick auf ihr Leben gewähren, will ungefiltert zu aktuellen Ereignissen Stellung beziehen, mit Gästen diskutieren und vor allem ihren Fans und Zuschauern eine Möglichkeit bieten, mit ihr in Kontakt zu treten, sagt Palin. Als Vorbild gilt ihr „TheBlaze“, ein Videokanal, der 2011 vom konservativen Talk Show Moderator Glenn Beck gegründet wurde und mittlerweile nicht nur online, sondern auch per Satellit zu empfangen ist.

Sarah Palin hat sich für dieses neueste Projekt mit Tapp Media zusammen getan. Dahinter stecken zwei bekannte Namen im Fernsehgeschäft. Jeff Gaspin war der Chef von NBCUniversal und Jon Klein, der frühere Präsident von CNN U.S. Beide gehen wohl davon aus, dass man mit der bekanntesten „Hockey Mum“ viel Geld verdienen kann.

Nun also Sarah Palin in der Dauerschleife. Einblicke in ihr Leben neben flachen Verbalergüssen. Natürlich gibt es auch einen Schuldenticker und eine Stoppuhr, wie lange Barack Obama noch im Amt ist. Dazu Nachrichten und Analysen durch die Palin Brille, sie sei die redaktionell Verantwortliche (wer’s glaubt wird seelig).

Sarah Palin testet ihre Möglichkeiten, die Abonnentenzahl wird auch darüber entscheiden, welche politischen Möglichkeiten sie noch hat. Falls sie es wirklich schaffen sollte, die Tea Party Anhänger für ihren Kanal zu interessieren und sie damit zu einem Sprachrohr der Ultrakonservativen in den USA werden sollte, dann käme an Sarah Palin wohl politisch niemand mehr vorbei. Doch das glaube ich nicht. Der Sarah Palin Kanal wird zu einer weiteren Bauchlandung für Palin werden. Still und leise wird auch dieses Projekt von ihr begraben werden. Und vielleicht verstummt dann auch endlich und für immer diese unsägliche Stimme im amerikanischen Politsumpf.

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