Fokus auf einen vergessenen Kontinent

Ukraine, Gaza, Afghanistan, Mexiko. Im Nachrichtensumpf dieser Tage ist nicht viel Platz für Afrika. Ach ja, zwei amerikanische Entwicklungshelfer wurden aus Westafrika ausgeflogen, die sich mit dem Ebola Virus infiziert hatten. Afrikanische Themen kommen in den amerikanischen (und auch deutschen) Medien meist nur zum Zug, wenn ein direktes Interesse besteht.

US-Africa Leader Summit. Ein Treffen der USA mit Präsidenten aus 50 afrikanischen Ländern.

Obama hat Vertreter aus Afrika nach Washington geladen.

Nun geht das Weiße Haus in die Offensive. Vom 4. – 6. August findet in Washington das erste Treffen zwischen den USA und rund 50 Präsidenten und Regierungsvertretern afrikanischer Staaten statt. Ein Ereignis, das eigentlich gefeiert werden sollte, denn damit versucht Amerika verlorenes Vertrauen wieder herzustellen, bestehende Verbindungen zu stärken und neue aufzubauen. Afrika war lange Zeit nur ein Nebenschauplatz der USA während des Kalten Krieges. Man rüstete Verbündete auf, stärkte Despoten und ließ unliebsame Präsidenten, wie Patrice Lumumba im Kongo, ermorden. Und Washington hat auch in jüngster Zeit mehrfach total versagt, als es darum ging, eine Führungsrolle auf dem Kontinent zu übernehmen. Man denke an Ruanda, an Liberia, Sierra Leone, Zimbabwe, Somalia, Kongo und andere afrikanische Staaten.

Nun also will man zeigen, dass Amerika den Kontinent nicht vergessen hat. Man will diskutieren, sich austauschen, Lösungen und Strategien finden. Doch in den hiesigen Medien wird dieses Treffen fast vollständig ausgeblendet. Die Grenzsituation zu Mexiko ist politisch angespannter, der Krieg in Gaza näher. Was interessieren da die Probleme eines ganzen Kontinentes, der sowieso nie aus seinem „Dritte Welt Status“ herausfinden wird, so die Denke der Medienmacher. Man kann also nur hoffen, dass die USA dieses mal ihr Wort halten werden, wenn es am Rande der Zusammenkunft in Washington zu Absprachen und Verträgen kommen sollte. Die afrikanischen Nationen haben viel zu bieten und sollten nicht nur für ihre Rohstoffe und als Exportmarkt amerikanischer Waffenschmieden gesehen werden. Doch vor allem geht es um die Zukunft der Menschen in Afrika. Ein symbolträchtiges Zeichen ist „Young African Leaders Initiative (YALI)“, einer Initiative, die 2010 ins Leben gerufen wurde und Jahr für Jahr junge Menschen aus Afrika in die USA bringt. Afrika lohnt sich, das will Obama mit dem Treffen zeigen.

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