Bacchus muß besoffen gewesen sein

Man hat das ja schon mal gesehen. Da sitzt ein Betrunkener auf der Straße, lallt vor sich hin und irgendwann schmeißt er eine Flasche durch die Gegend. Krach-Bumm. So wird der Frust oder der Ärger rausgelassen. Wahrscheinlich war es so am frühen Sonntagmorgen. Bacchus, der Gott des Weines, scheint die Nacht mit den edlen Tropfen aus dem Napa Valley durchzecht zu haben. Irgendwann war er dann randvoll und randalierte.

Weinfässer nach dem Erdbeben in Napa Valley.

Weinfässer nach dem Erdbeben in Napa Valley.

Das Ergebnis ist bekannt, ein 6.0 Erdbeben erschütterte die Region und war in ganz Nordkalifornien zu spüren. Verletzte, zerstörte und beschädigte Häuser, Zehntausende von zerborstenen Weinflaschen und Weinfässer, die durch die Gegend rollten. Darunter zum Teil edle und seltene Tropfen. Auf dem Hess Weingut brachen zwei riesige Tanks mit jeweils 10.000 Gallonen. Etwa 180.000 Flaschen Cabernet Sauvignon wurden anschließend aufgewischt. Das Weingut Glen Ellen verlor rund 50 Prozent seines Weins. David Duncan, Präsident von Silver Oak Cellar, erklärte, bei ihm seien Hunderte von Flaschen mit Spitzenweinen zerstört worden. Fast jedes Weingut in Napa Valley wurde von dem Erdbeben finanziell getroffen. Der Gesamtschaden des Bebens ist noch nicht abzusehen, doch er wird spürbar sein, vor allem für Weintrinker, denn die Preise werden steigen.

Im Desaster hatte man dennoch einen Sinn für Humor. Dave Pramuk von „Robert Biale Vineyards“ seufzte: „Gott sei Dank arbeitete niemand in den Kellern. 3:20 morgens ist eine gute Zeit für ein „Wine Country Earthquake“. Steve Moulds, Präsident der Napa Valley Weinbauern, verlor in den frühen Morgenstunden des Sonntags den Großteil seiner 3000 Flaschen umfassenden Weinsammlung. Er meinte trocken, zumindest habe er nun sein zwanghaftes Ansammeln von Dingen verloren.

 

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