Obdachlos in San Francisco

San Francisco ist eine „world class tourist destination“. Hierher kamen schon immer Leute aus aller Herren Länder. Viele Besucher, viele, die dann länger blieben oder ganz hierher kamen. San Francisco ist eine Stadt voller Kreativität, voller Lebenskünstler, voller Ideen. Das hat sich immer wieder ausgezahlt. Die „City by the Bay“ ist das Tor zum Silicon Valley, hier wohnen viele, die bei den High Tech Schmieden im Süden arbeiten.

Obdachlos in San Francisco.

Obdachlosigkeit gehört in San Francisco zum Stadtbild.

Kein Wunder also, dass San Francisco voller Millionäre ist, die ihr Geld, die sehr viel Geld in der New Economy Kaliforniens gemacht haben. In der viertgrößten Stadt des Bundesstaates leben weit über 100.000 Millionäre. Geld gibt es hier genug, Geld wird mit vollen Händen ausgegeben. Wohnraum und Grundstücke sind teuer, das Leben wird immer unerschwinglicher. Vor diesem Hintergrund ist es ein Skandal, was nun in einem Artikel des San Francisco Chronicles zu lesen ist. Jedes 25. Schulkind in der Stadt ist obdachlos. Das heißt, rund 2100 Kinder haben kein festes Zuhause. Das sind zwischen 70 und 80 volle Schulklassen mit Kindern und Jugendlichen, die nach dem Schlußgong in Obdachlosenunterkünften, angemieteten Hotelzimmern, bei Verwandten und Freunden, und ja, auch auf der Straße leben.

Die Zahl ist zwar zum Vorjahr leicht gefallen, doch noch deutlich höher als 2005, als 844 obdachlose, schulpflichtige Kinder gezählt wurden. In dieser teuren Stadt kann der Verlust des Jobs, Gewalt in der Familie oder eine gestiegene Miete die Obdachlosigkeit bedeuten. Nur wenige Familien haben ein finanzielles Polster. Experten erklären, dass geringe Beträge zum Verlust der eigenen vier Wände führen können. Vermieter wollen langjährige Mieter loswerden, denn danach können sie dieselbe Wohnung für das doppelte und dreifache neu vermieten. Wer hier seit längerem lebt und seine Wohnung verliert, hat kaum noch eine Chance ein Apartment mit vergleichbarer Miete zu finden. Der Mietpreisspiegel ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen, allein im vergangenen Jahr um 9,4 %. Der Durchschnittsmietpreis liegt nun bei 3229 Dollar. Wie das eine normale Familie mit zwei, drei Kindern schafft, ist mir schleierhaft.

Ein Ende dieser dramatischen Entwicklung ist nicht in Sicht. San Francisco wird eine Stadt der Reichen, wer hier leben will, muß tief in die Tasche greifen. Arbeiter- und Mittelstandsfamilien werden immer mehr rausgedrängt. Die Zahl der 2100 obdachlosen Schulkinder, ist da nur eine der vielen traurigen Statistiken in der nordkalifornischen Metropole.

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