Nach der Wahl ist vor der Wahl

Ok, Barack Obama hat nun zwei Jahre lang Zeit, seine Koffer und Kisten zu packen. Aus und vorbei mit dem Regieren. Ein paar Dinge wird er noch im Alleingang durchboxen, sich damit noch unbeliebter bei den Republikanern machen. Aber im Großen und Ganzen war es das dann mit der Ära Obama. Es gab viele Vorschußlorbeeren, es wurde viel von „Hope“ und „Change“ gefaselt und dann bekam er auch noch den Friedensnobelpreis. Und ich glaube, das ließ die Republikaner dann vollends austicken. Sie blockierten, unterminierten und höhlten so alles aus, was Obama machte, anfing oder auch nur andachte.

Wahlparty der Bürgermeisterkandidatin Libby Schaaf.Also, damit ist nun Schluß, am heutigen Wahlabend haben die Wähler in ein paar Bundesstaaten klare Verhältnisse geschaffen. Die einen gingen erst gar nicht zur Wahl, die anderen stimmten gegen Obama. Und dann stellten sich die republikanischen Gewinner hin und erklärten, „wir“ werden das Land wieder auf Kurs bringen. Schluß mit Sozialismus, offenen Grenzen, Einheitsversicherungen, Russen und Terroristen, die „uns“ auf der Nase rumtanzen. Ach ja, und Ebola, dafür ist Obama auch verantwortlich. Hurra, wir leben noch!

Im Abgeordnetenhaus wurden wahllos Demokraten abgefeuert, es scheint Jagdsaison zu sein. Nun also sind beide Kammern wieder in republikanischer Hand. Angekündigt wurde schon vor dem Wahltag, dass nun die Uhren zurück gedreht werden. Politisch zumindest, abends wird es dennoch früh dunkel. In den vielen Berichterstattungen, auch die aus Deutschland, wurde immer betont, Obama sei so unpopulär, deshalb auch die Wahlklatsche. Das stimmt, doch was dabei vergessen wird ist, dass bislang eigentlich jeder Präsident in seiner zweiten „Midterm-Election“ durchfiel. Sogar der ach-so-beliebte Ronald Reagan erlebte das. Nun ist die Wahl rum und die nächste beginnt. Der Präsidentenwahlkampf 2016 ist eröffnet. Beide Parteien müssen einen Kandidaten oder eine Kandidatin finden, es wird der teuerste Wahlkampf aller Zeiten.

Doch in Amerika wurde am Abend noch viel mehr gewählt, darüber hatte ich ja schon geschrieben. Heute Abend war ich auf der Wahlparty von Libby Schaaf in Oakland. Sie kandidierte für das Bürgermeisteramt. Ein klares Ergebnis wird es wohl heute Nacht nicht mehr geben, wahrscheinlich auch nicht morgen und übermorgen. Erst am Freitag kann mit einem Ergebnis gerechnet werden. Das liegt an dem hirnrissigen „Rank Choice Voting“, ein absoluter Blödsinn, der obendrein noch undemokratisch ist. Egal, ich habe mich schon oft genug über diesen Firlefanz aufgeregt. Das wars aus der Wahlnacht. Gute Nacht.

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