Obama ist nicht der einzige Verlierer

Die Belohnung nach der Stimmabgabe - ein Aufkleberchen.

Die Belohnung nach der Stimmabgabe – ein Aufkleberchen.

Eine Zahl, die man schön langsam und genußvoll aussprechen sollten. 3,67 Milliarden Dollar. So viel kosteten die Wahlen am Dienstag. Ein absoluter Irrsinn. Das war die teuerste Zwischenwahl überhaupt. Nicht zu vergleichen mit einer Präsidentschaftswahl, aber immerhin eine Menge Geld. Die Amerikaner geben gerne und viel für ihre Wahlkämpfe aus. Wahlkämpfe, bei denen es mehr um Schlagworte, schöne Kandidatenbilder, platte Sätze und Forderungen geht. Ich weiß, nun wird mir der eine oder die andere sagen, „Arndt, das ist doch in deutschen Wahlkämpfen auch nicht mehr anders“. Da ist sicherlich etwas dran, aber die Amerikaner legen da ohne weiteres immer noch eins, zwei, drei drauf. Eine republikanische Senatskandidatin, die damit wirbt, Schweine kastrieren zu können und die „die da“ in Washington auch zum Schreien bringen will….das hat schon eine besondere Qualität.

Die Demokraten haben bekannterweise die Wahlen haushoch verloren. Sowohl das Abgeordnetenhaus, wie auch der Senat sind nun fest in republikanischer Hand. Für die Republikaner war der Wahlausgang eine klare Abstrafung von Barack Obama und seiner Politik. Da ist sicherlich was dran, allerdings ist diese Analyse zu einfach und zu kurzsichtig. Vielmehr sollte in den USA eine Tatsache nicht unbeachtet bleiben, eine, die die Demokratie in ihren Grundfesten treffen kann und wird.

In den USA sind über 206,072,000 Millionen Menschen wahlberechtigt. Allerdings sind nur 146,311,000 Millionen als Wähler registriert. Nahezu 60 Millionen Bürgerinnen und Bürger in den USA sind noch nicht mal als Wähler in den Verzeichnissen aufgeführt. Sie können gar nicht wählen. Die Statistiken zeigen, dass vor allem sozial schwächere Bevölkerungsschichten, Farbige und Latinos sich weder in die Listen eintragen, und wenn, dann viel öfters dem Urnengang fernbleiben. So lag die Wahlbeteiligung am Dienstag bei gerade mal 36 Prozent. In vielen Orten, wie Los Angeles, gab es Minusrekorde.

Der eigentliche Verlierer dieser Wahl ist also nicht (nur) Obama. Verloren hat die amerikanische Demokratie, in der seit Jahren nur noch gepoltert, geschrien und getobt wird. Politik ist zur billigsten Unterhaltung verkommen. Denn wenn man die Wähler nicht mehr zum Wählen bringt, für was wird dann eigentlich noch gewählt?

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