Die Spritpreise steigen

An der Tankstelle wird es billiger und billiger. Die Preise purzeln in den Keller, so billig habe ich schon seit Jahren nicht mehr in Kalifornien getankt. Nach den Terroranschlägen des 11. Septembers fiel der Spritpreis auf 85 Cent pro Gallone, das sind 3,78 Liter. Seitdem ging es nur noch bergauf. Obwohl bis 2008 Präsident George W. Bush am Ruder war, machten die Republikaner ganz selbstverständlicherweise seinen Amtsnachfolger Barack Obama dafür verantwortlich. Der Spritpreis über vier Dollar für die Gallone sei einzig und allein seiner Umwelt- und Energiepolitik anzulasten. Obama wolle nicht die Ölreserven in geschützten Regionen von Alaska und in verschiedensten Nationalparks anbohren und verlange von den Amerikanern, dass sie ihr mobiles Leben etwas überdenken.

Die Spritpreise in Kalifornien sollen wieder ansteigen.

Die Spritpreise in Kalifornien sollen wieder ansteigen.

Seit dem Frühsommer sieht das allerdings anders aus. Der Preis an der Tankstelle fällt und fällt. Fast täglich werden weitere Cents vom Gallonenpreis gestrichen. Auf FOXNews hört man allerdings kein Dankeswort an Obama. Denn wenn er auf der einen Seite für die hohe Tankrechnung verantwortlich ist, dann müßte er doch auch dafür zuständig sein, wenn am Ende weniger bezahlt wird. Fehlanzeige.

Die Republikaner haben nun jedoch ein neues Horrorszenario gefunden, um gegen Obama und seine Demokraten vorzugehen. Diesmal ist der Schauplatz Kalifornien, der Bundesstaat mit den höchsten Spritpreisen im Land. Das ist einfach so, das war schon immer so. Doch der kalifornische Gouverneur Jerry Brown, ein Ur-Demokrat durch und durch, will zum Jahresanfang die Ölindustrie dazu verpflichten, Schadstoff ärmeres Benzin zu verkaufen oder aber Zahlungen beim Emissionshandel zu leisten. Pikanterweise wurde das sogenannte „California’s Global Warming Solutions Act“ 2006 vom damaligen Gouverneur Arnold Schwarzenegger, einem Republikaner, unterzeichnet. Aber das scheint egal zu sein, ein Demokrat will es umsetzen. Und Obama ist ja auch so ein Grünträumer.

Die Produktion des „sauberen“ Sprits, um niedrigere Emissionswerte zu erreichen, wird teuer für die Industrie, denn sie hat lange Zeit einfach gar nichts gemacht. Von daher ist schon jetzt klar, dass die zusätzlichen Ausgaben an die Autofahrer weitergegeben werden. Was das genau in Cents bedeuten wird, steht noch nicht fest. Republikanische Schwarzseher sprechen von 16 – 76 Cent Preisanstieg für eine Gallone. Realistischer scheint eine zusätzliche Gebühr von 9 – 10 Cent zu sein.

Einige lautstarke Gruppen haben sich bereits gebildet und fordern eine Aufhebung des Gesetzes. Sie meinen, die höheren Kosten treffe vor allem sozial schwache Bevölkerungsgruppen. Der ganze Unfung vom „global warming“ könne nicht auf dem Rücken der Armen ausgetragen werden, heißt es. Gouverneur Brown läßt sich davon jedoch nicht abhalten, er will das Gesetz umsetzen und damit die Industrie zu einer neuen Produktionsweise zwingen. Kalifornien soll eben sauberer werden.

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