Volltreffer durch die Stirn

Die einen werten es als Skandal. Die anderen meinen, das sei ein ganz normales Training. Was war passiert? Auf dem Schießstand der Polizeibehörde von North Miami haben Scharfschützen seit über zehn Jahren den sicheren Schuß geübt. Dazu wurden ihnen kleine Bilder präsentiert und anschließend mußten sie durchs Zielfernrohr den „Verdächtigen“ auf einem weiteren Bild aus sicherer Entfernung treffen. Bumm. Direkt durch die Stirn.

Fahndungsfotos als Zielscheiben freigegeben.

Fahndungsfotos als Zielscheiben freigegeben.

Einziges Problem bei dieser Übung. Die Fotos waren Fahndungsfotos von Gesuchten, die zum Teil bereits Haftstrafen abgesessen hatten oder noch einsitzen. Mehr durch Zufall kam diese Praktik nun raus, als eine Soldatin der Nationalgarde Floridas auf dem selben Schießstand im Dezember das Bild ihres Bruders fand. Einen Afro-Amerikaner. Mit durchschossener Stirn. Der Bruder war vor 15 Jahren verhaftet worden.

Sergeant Valerie Deant beschwerte sich und schaltete die lokalen Medien ein, die gleich über die Story berichteten, denn sie witterten einen neuen Skandal. Schießübungen auf Fahndungsfotos verhafteter Schwarzer. Der Polizeipräsident von North Miami, J. Scott Dennis, stoppte umgehend die Ballerei auf Polizeifotos und wies seine Behörde an, in Zukunft offizielle Zielscheiben zu erwerben. Doch gleichzeitig erklärte er, niemand habe auf dem Schießstand einen Fehler gemacht, niemand würde zur Rechenschaft gezogen werden. Dennis verwies darauf, dass die Zielscheiben durchaus auch Weiße und Latinos zeigten. Was die Sache nicht gerade besser macht, auch wenn es offiziell wohl keinen rassistischen Hintergrund gibt. Dennoch muß man der Polizei in North Miami zumindest das gewisse Feingefühl in der Ausbildung und Schulung ihrer Beamten vorwerfen.

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