Es war eine seiner besten

Eine Stunde lang redete er und es war die wohl beste „State of the Union“ Rede von Barack Obama. Ich würde sogar sagen, eine seiner besten Reden überhaupt. Es ging nicht um die Außenpolitik, wie manche Beobachter bemängelten. Vielmehr sprach Obama genau das an, was seine Wähler schon lange von ihm hören wollten. Endlich geht er daran, die Dinge umzusetzen, für die sie ihn 2008 gewählt hatten: Die Schließung Guantanamos, eine Steuerreform zugunsten der Mittelschicht, eine zukunfts- und umweltbewußte Politik, Bildungs- und Schulungsmaßnahmen für alle. Amerika habe viel zu bieten, so Obama, man könne stolz auf das sein, was man erreicht hat. Doch die Weichen, die gestellt worden sind, müsse man sichern.

Barack Obama ist noch lange nicht am Ende.

Barack Obama ist noch lange nicht am Ende.

Barack Obama machte auch klar, dass er zwar durchaus mit den Republikanern reden und arbeiten will, doch er habe nicht mehr viel Zeit im Amt. Und die will er nutzen. Er müsse keinen Wahlkampf mehr führen, sagte Obama, was zu leichtem Applaus aus dem republikanischen Lager führte. Obama ganz spontan „I know, because I won both of them“.

Der Präsident hat im November die „Midterm Elections“ verloren, zumindest wird die katastrophale Niederlage ihm angelastet. Doch es scheint, er ist gestärkt aus dem politischen Desaster hervor gekommen. Seine Umfragewerte steigen, die Wirtschaftszahlen sind durchaus positiv, die Arbeitslosenquote sinkt und die Republikaner sind zerstrittener als je zuvor. Obama hat am Dienstagabend nicht nur eine Rede für die Amerikaner gehalten, er hat sich auch direkt an seine eigene Partei gewandt. Denn diese „State of the Union“ war eine Wahlkampfrede, auch wenn sie nicht so gedacht war. Barack Obama zeigte auf, für was er stand, was er erreicht hat und was er noch schaffen will. Gleichzeitig konnte man zwischen den Zeilen erahnen, mit welchen Feindseligkeiten seine Adminstration zu kämpfen hatte.

Barack Obama regiert nun so, wie man es von ihm 2007 und 2008 im Wahlkampf erhoffte. „Yes, we can“ war seine Losung und an der will er noch heute gemessen werden, betonte er in seiner Rede. Und ich glaube, am Ende seiner Amtszeit werden einige sagen „Yes, he did“.

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