Super Bully Sunday?

Heute ist Super Bowl Sunday. In Glendale, Arizona treffen die „New England Patriots“ auf die „Seattle Seahawks“. Es ist das Endspiel im American Football, ein Großereignis, das rund um die Welt übertragen wird. Doch die National Football League (NFL) hat ein Imageproblem. Zu viele ihrer Spieler gerieten in der jüngsten Zeit in die Schlagzeilen. Vergewaltigung, Mord, Schlägereien, Kindes- und Tiermisshandlung, Gewalt gegen Frauen, einige der muskelbepackten Footballspieler schreckten vor nichts zurück. Und die Liga fand meist keine passenden Antworten, zu viel Geld ist im Spiel.

Dieser Clip während des Super Bowls soll zum Nachdenken und Handeln anregen.

Dieser Clip während des Super Bowls soll zum Nachdenken und Handeln anregen.

Seit Jahren geht auch das Gerücht um, dass der „Super Bowl Sunday“ eigentlich der „Super Bully Sunday“ ist. Also, der Tag, an dem gerade Frauen von ihren Lebenspartnern und Ehemännern besonders oft und stark mißhandelt und mißbraucht werden. Die Männer schauen das aggressive Spiel, Adrenalin wird durch den Körper gepumpt, dazu Unmengen an Alkohol, eine fatale Mischung. Doch so ganz läßt sich dieses Gerücht nicht belegen. Tatsache ist, dass es an diesem Tag mehr Zwischenfälle daheim gibt, die Polizei öfters gerufen, die Notfallnummern für mißhandelte Frauen verstärkt gewählt werden. Aber es ist nicht ein so deutlicher Anstieg, wie der Name „Super Bully Sunday“ glauben mag.

Diese Klarstellung ist ganz und gar keine Verharmlosung des eigentlichen Problems. Dazu nur hier eine  Zahl, die alles ausdrückt. Zwischen 2001 und 2012 wurden 6488 amerikanische Soldaten in den Afghanistan und Irakkriegen getötet. Im gleichen Zeitraum wurden in den USA 11766 Frauen von ihrem Ehemann, Lebenspartner oder Ex umgebracht. Gewalt in den eigenen vier Wänden ist also nicht wegzureden, nicht übertrieben, eine Tatsache.

Die National Football League hat an diesem Super Bowl Sunday einen besonders markanten und nahegehenden Werbespot unterstützt und Sendezeit eingeräumt. Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass Unternehmen für solch eine Sendezeit mehr als vier Millionen Dollar pro 30 Sekunden zahlen. Die NFL weiß, sie muß Zeichen setzen und das tut sie mit diesem Spot, der schon im Vorfeld vielfach beachtet wurde. Man kann nur hoffen, dass es nicht nur bei diesem einminütigen Clip bleibt. Doch die Aussage geht uns alle an „Wenn es schwierig ist zu reden, dann liegt es an uns hinzuhören“

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