Hillary, Hillary, Hillary

Während sich die Republikaner im Vor-Vor-Wahlkampf auf die Füße treten und sich wöchentlich weitere Kandidaten nach vorne drängeln, konzentriert sich bei den Demokraten alles auf eine Frage: Kandidiert Hillary oder nicht? Kein anderer demokratischer Politiker hat sich bislang nach vorne gewagt und seine Ambitionen verkündet. Hillary Clinton ist die graue Eminenz im Hintergrund, auf der die Hoffnungen der Partei liegen. Denn neben ihr ist weit und breit kein ernstzunehmender Kandidat oder Kandidatin auch nur in Sichtweite. Das bezieht Vize-Präsident Joe Biden mit ein.

Hillary Clinton bereitet sich auf den Wahlkampf vor.

Hillary Clinton bereitet sich auf den Wahlkampf vor.

Bislang war ich fest davon überzeugt, dass Hillary Clinton nicht kandidieren wird. Einfach aus dem Grund, weil nach acht Jahren Barack Obama kein weiterer Demokrat im Oval Office Platz nehmen wird. Amerika will einen Wandel, aber ob Hillary dafür steht, sei dahin gestellt. Ich glaube es nicht.

Und doch, wenn man einigen Berichten glauben will, organisiert die einstige First Lady bereits hinter den Kulissen ihren Wahlkampf militärisch präzise. Führende Strategen, Mediensprecher, Wahlkämpfer wurden schon angeheuert, darunter auch Jim Messina, der 2012 Barack Obama zur Wiederwahl verhalf und nun von der SPD für den Bundestagswahlkampf 2017 angeheuert werden soll. Die führenden Köpfe sind an Bord, ohne auch nur über Gehälter und genaue Pläne gesprochen zu haben. Wie es heisst, wurde auch bereits ein Wahlkampf Headquarter in New York City ausfindig gemacht. Doch alles ist nicht offiziell, alles nur Vermutungen. Einzig das Ziel steht fest, Hillary Clinton soll die nächste Präsidentin werden. Dennoch zieht Hillary ihren offiziellen Wahlkampfstart hinaus. Vielleicht im April, vielleicht erst im Sommer will sie verkünden, ob sie nun ins Rennen steigt oder nicht.

Nach wie vor bin ich skeptisch. Auch wenn ich glaube, dass sie eine gute Präsidentin sein könnte. Sie bringt viele Erfahrungen, Kontakte und das nötige Auftreten mit. Sowohl als First Lady wie auch als Senatorin und dann als Außenministerin erfüllte sie ihre Aufgaben immer engagiert. Vom Tag eins einer Clinton Administration wäre sie prägend. Sie müßte sich nicht einarbeiten, Hillary würde gleich auf die Überholspur ziehen. Mit ihr wüßten die Amerikaner, was sie bekommen.

Doch obwohl das alles für sie spricht, die Partei sie zur Kandidatur drängt, sie wohl keinen brutalen und teuren Vorwahlkampf wie auf der republikanischen Seite führen müsste, der Ausgang für die Novemberwahl 2016 ist offen. Und diese Unklarheit könnte zu einem Rückzieher Hillary Clintons führen. Die Niederlage gegen Barack Obama im Vorwahlkampf 2008 war für sie schmerzlich. Die Schmach, von diesem politischen Newcomer übertrumpft worden zu sein, saß tief. Hillary setzt derzeit auf Zeit, sie wartet ab, wer sich auf der republikanischen Seite als wahrscheinlicher Kandidat heraus kristallisieren wird, was die nächsten Wochen und Monate noch bringen. Bis zu einer offiziellen Entscheidung ölt sie deshalb erstmal weiter die Kampagnenmaschine, damit im Falle des Falles alles sofort perfekt läuft.

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