Ein „low fat soy milk decaf Latté“ und was halten Sie von Afro-Amerikanern?

Starbucks gibt es hier an fast jeder Ecke. In Banken und an Autobahnen, Einkaufszentren und irgendwo auch dort, wo man es kaum erwartet. Der Kaffeegigant ist mit seinen überteuerten Heiß- und Kaltgetränken einfach überall. Wer stand nicht schon einmal in der Reihe bei Starbucks und vor einem verlangte jemand einen Kaffee, mit so vielen Techniken und Feinheiten, dass man sich fragt, ist das wirklich noch Kaffee, was da am Ende im Becher landet? Und warum wollen die immer meinen Namen wissen, den sie sowieso nicht schreiben können?

Ja, lass uns gemeinsam über die Hautfarbe sprechen.

Ja, lass uns gemeinsam über die Hautfarbe sprechen.

Aber gut, das sind so ein paar grundsätzliche Schwierigkeiten, die ich mit der Kette verbinde. Nun aber will man bei Starbucks ganz was neues machen, man will mit den Kunden über „Race“ sprechen, also über das, was „Caucasians“, „Afro-Americans“, „Latinos“, „Asians“ und „Native Americans“ verbindet oder unterscheidet.

Der oberste Boss von Starbucks, Howard Schultz, erklärte kürzlich, dass er im ganzen Land mit seinen „Partnern“, wie er seine Arbeitnehmer nennt, gesprochen habe, um mehr über ihre Sicht der Dinge zu den jüngsten Rassenunruhen in den USA zu erfahren. Es sei respektvoll und emotional gewesen, erklärte Schultz. Das Ergebnis sei, dass man nun in den Cafés genau über diese Themen mit den Kunden sprechen möchte. Die Mitarbeiter seien gebeten, nicht aufgefordert, worden, auf die Kaffeebecher „Race Together“ zu schreiben, eine Einladung zum Thematisieren, einen Dialog zu beginnen.

Eigentlich eine gute Idee, dass man auf breiter Basis, und das sind die fast 13,000 Starbucksläden in den USA, über dieses Thema sprechen will. Aber bei Starbucks in der Schlange? Wirklich? Da wird die soziale Unternehmensverantwortung etwas falsch betrachtet, denn dieser Dialog muß auf einer anderen Ebene geführt werden. Starbucks kann so etwas anschieben, das ja, doch eine grundlegende Debatte über Bürgerrechte, Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Polizeigewalt, Vorurteile sollte nicht im Vorbeilaufen geschehen. Sowieso kommen bei dieser Aktion im Caféladen nicht alle zu Wort, denn die, die es hauptsächlich betrifft, können sich den „low fat soy milk decaf Latté“ bei Starbucks um die Ecke gar nicht mehr leisten.

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