„Let’s take our country back“

Der jugendlich wirkende Rand Paul will Präsident werden.

Der jugendlich wirkende Rand Paul will Präsident werden.

Irgendwie erinnert mich dieser Schlachtruf „Let’s take our country back“ an die aggressive Mucke von Rage Against The Machine. Da fehlt am Ende nur noch ein geschrienes „Motherf…..“. Doch am Dienstag war es nicht der Sänger von Rage Against The Machine, Zack de la Rocha, der das von der Bühne ins Mikrofon brüllte. Vielmehr rief es der republikanische Senator Rand Paul aus Kentucky seinen Anhängern zu. Es war auf einer durchorganisierten Veranstaltung in Louisville, Kentucky, und Rand Paul verkündete ganz offiziell, dass er ums Präsidentenamt kandidieren werde. „Let’s take our country back“!

Die Rede sei präsidial gewesen, meinten einige Kommentatoren. Paul präsentierte sich, wie sein Vater Ron Paul bei vorhergehenden Wahlkämpfen, als Außenseiter, als jemand, der nicht auf Lobbyisten hört und schon gar nicht die Parteilinie verfolgt. Immer mal wieder hatte sich der Jungsenator in der letzten Zeit mit den Parteialten angelegt, allen voran John McCain. Er verfolgt in der Außenpolitik und der Finanzpolitik ganz andere Wege. Die USA sollten nicht den Weltpolizisten spielen und die Schuldenbremse in die Verfassung schreiben, so Paul.

Paul geht keiner Auseinandersetzung aus dem Weg. Er wendete sich gegen eine übertriebene Beobachtung der eigenen Bürger durch die Geheimdienste, er wehrte sich gegen die flächendeckenden Abhörmaßnahmen der NSA. Zwar glaubt er, dass es die Erderwärmung gibt und, dass der Mensch daran Schuld ist, dennoch wetterte er gegen die Maßnahmen der Obama Adminstration. Den einzelnen Bundesstaaten sollte es erlaubt sein die Homo-Ehe zu verbieten. In vielen Punkten liegt Rand Paul durchaus auf der Parteilinie und doch stellt er sich als Querdenker dar, als unabhängig, als Washington Außenseiter.

Der 52jährige will mit einer „Grasroots“ Kampagne bis ins Weiße Haus kommen. Seine Ideen und Reden kommen vor allem bei jüngeren Wählern an, die für ihn den Wahlkampf führen werden. Das ist auch seine Stärke, denn bei den klassischen Republikanern fällt Rand Paul durch. Er hat keine Vernetzung im Washingtoner Politzirkus. Die Altherrenpartei der GOP setzt im Wahlkampf lieber auf ein sicheres, sprich etabliertes Zugpferd, als auf einen dynamischen Tea Party Aktivisten, der mehr durch seine Aufmüpfigkeit als durch seine Parteidisziplin bekannt wurde.

Rand Paul ist nach Ted Cruz der zweite offizielle Kandidat der Republikaner. Nächste Woche wird ein weiterer Name in den Hut geworfen, dann will Marco Rubio, Senator aus Florida, seine Kandidatur verkünden.

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