So macht man Geschichte

Für einen Kandidaten, der eigentlich noch nicht mal ein Kandidat ist, ist er der Lieblingskandidat der Damen und Herren mit tiefen Taschen. Also, wohl ein guter Kandidat. Bislang hielt Hillary Clinton im Wahlkampf 2008 den Rekord. Innerhalb von 100 Tagen sammelte sie damals rund 37 Millionen Dollar an Spenden ein. So viel, wie zuvor noch niemand.

Jeb Bush ist bereit für "the battle of the titans".

Jeb Bush ist bereit für „the battle of the titans“.

Doch der Rekord ist nun geknackt. Jeb Bush gab am Wochenende bekannt, seine Spender hätten Geschichte geschrieben. Hillary sei abgehängt worden. Wie voll die Kriegskasse in 100 Tagen geworden ist, wollte er nicht sagen, nur soviel, es ist mehr.

Jeb Bush sendet damit ein sehr deutliches Zeichen an die anderen Kandidaten seiner Partei: Ihr habt vielleicht die Argumente, ich habe die Kohle. Und bei einem voraussichtlichen Preisschild von 3 Milliarden Dollar fürs Oval Office, ist das ein klare Ansage. Jeb Bush kümmert sich auch nicht gerade um irgendwelche Farmfeste in Iowa, ums Händeschütteln in New Hampshire oder andere Wochenendaktivitäten in den frühen Vorwahlkampfstaaten. Ganz im Gegenteil, er hält sich von allem auffallend fern. Vielmehr konzentriert er sich hinter den Kulissen um die Gespräche mit den zahlkräftigen Parteifinanziers. Er weiß, falls sich Hillary Clinton durchsetzen wird, dann geht es um den Dollarkrieg in den paar Bundesstaaten, in denen die Präsidentschaftswahl entschieden wird.

Das amerikanische Wahlsystem ist nicht gerade sehr demokratisch, wenn man es sich genauer ansieht. Kalifornien ist fest in demokratischer Hand. Texas ist fest in republikanischer Hand. Und so sieht es in vielen Bundesstaaten aus. Der Wahlkampf zwischen der demokratischen und dem republikanischen Kontrahenten wird nur in einer Handvoll Staaten stattfinden, in denen es mal und mal so ausgeht. Dort werden die Wähler monatelang mit Wahlwerbespots, Flugblättern und sonstigem Wahlklimbim zubetoniert, mit Anrufen und Besuchen daheim terrorisiert werden. Ich habe das einmal in Nevada erlebt, es war ein Graus.

Jeb Bush hat nun deutlich erklärt, er ist bereit für den Zweikampf. 12 Runden, kein Problem. Platz da für den Super Heavyweight Fight zwischen Clinton und Bush.

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