Abseits vom Glanz und Glitter

Los Angeles, die Stadt, in der Träume wahr gemacht werden. Bentley neben Porsche, Rolls Royce neben Ferrari. Das ist ein normales Bild auf einem Parkplatz im Superreichenviertel Beverly Hills. Abgesperrte Straßenblöcke, wenn mal wieder die Schönen und Reichen und Wichtigen zu einem Privatkonzert, einer Filmpremiere oder einer Exklusivparty in Limousinen vorfahren.

Doch LA hat auch eine andere Seite, die immer deutlicher wird. 44.000 Menschen sind in Los Angeles obdachlos. Das sind 12 Prozent mehr, als noch vor zwei Jahren. Und die Zahl der auf den Straßen von LA Schlafenden hat sich in dem Zeitraum verdoppelt. Das liegt auch an Klagen gegen die Stadt, denn Los Angeles hat zu wenig Obdachlosenunterkünfte. Richter haben entschieden, so lange sich da nichts verändert, dürfen die Homeless zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens auf der Straße schlafen. Falls die Polizei doch jemanden verhaftet, dann müssen sie sein gesamtes Hab und Gut miteinpacken, dokumentieren und sicher lagern. Ein Unterfangen, dass so gut wie unmöglich ist, von daher drücken die Beamten oftmals beide Augen zu und fahren weiter.

Es sind nicht mehr nur die gescheiterten Existenzen, die nach Drogensucht und Kriminalität auf dem harten Asphalt enden. Ganz im Gegenteil, die Mieten und Lebensunterhaltskosten steigen, einfache Jobs gehen verloren, am Ende finden sich einige unter der Brücke wieder, die vorher immer noch gerade so in einem geregelten Leben am Existenzminimum entlang schlitterten. Darunter auch viele Familien.

Los Angeles ist nicht die einzige Stadt in den USA, in der das Problem Obdachlosigkeit immer größer wird. In San Francisco liegen die durchschnittlichen Mieten für ein Einzimmerapartment bei 3600 Dollar im Monat. Die Stadt steht vor einer unlösbaren Aufgabe, denn es fehlt auf der einen Seite immer mehr an bezahlbarem Wohnraum und auf der anderen Seite Platz für Obdachlosenunterkünfte und Übergangswohnheime. Der Grund und Boden in der „City by the Bay“ ist Gold wert. Eine Ausweg aus der fatalen Situation ist nicht in Sicht. Joel John Roberts von der Obdachlosorganisation PATH (People Assisting the Homeless) bringt es auf den Punkt. „Ich glaube, Obdachlosigkeit ist nur ein soziales Problem. Es ist ein Armutsproblem. Und so lange dieses Land die Armut nicht zum Thema macht, so lange werden wir Obdachlosigkeit haben“.

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