Lasst mich Euer Führer sein

Donald Trump kandidiert nun also wirklich. Und das ist erstaunlich, denn eigentlich traut man es ihm gar nicht zu, dass er mit Absicht in eine Sackgasse rast, in der er am Ende nicht mehr so leicht die Kurve kratzen kann. In diesem Fall fährt er seine Karre sogar mit Vollgas gegen die Wand am Ende der Straße, quasi nach dem Motto, danach muß es ja weiter gehen. Und das mit 180 Km/h. Trump scheint ernsthaft zu glauben, dass er sich entweder die Wahlen kaufen kann oder, dass die Amerikaner wirklich so dumm sind, einen Politclown ins Weiße Haus zu wählen. Ok, ich weiß, was nun viele sagen werden: George W. Bush. Aber selbst „W“ hatte im Vergleich zu Trump noch politisches Feingefühl.

„Ich werde eine große Mauer bauen, und niemand baut Mauern besser als ich…an unserer südlichen Grenze. Und ich werde Mexiko dafür zahlen lassen.“ Sowas hätte selbst Bush nicht gesagt. Doch solche Sprüche kamen in der sehr unterhaltsamen, doch durchgehend peinlichen Auftaktrede des republikanischen Möchtegernpräsidenten, die er gestern in seinem Trump Tower in New York City gehalten hat.

Donald Trump zeigt eine Liste seiner Reichtümer. "Ich bin stolz drauf!"

Donald Trump zeigt eine Liste seiner Reichtümer. „Ich bin stolz drauf!“

Nein, er müsse nicht angeben, meinte Donald Trump. „Because you know what? I don’t have to brag.“ Einer wie Trump ist einfach nur stolz auf seinen Reichtum, den er da am Dienstag mit 8,737 Milliarden Dollar angibt. Deshalb sagt er auch von sich: „I’m really rich.“ Um dann gleich nachzuschieben: „I’m proud of my net worth. I’ve done an amazing job.“ Und falls es die da hinten in der hintersten Reihe nicht gehört haben: I’m really proud of my success. I really am.“ Wer sagt bitte so etwas von sich selbst bei der Ankündigung amerikanischer Präsident zu werden? Ach ja, Donald Trump.

In seiner wirklich vielbeachteten Rede hat er 195 mal das Wort „Ich“ benutzt. „Mein“ oder „Mich“ 50 mal und „Ich habe“ und „Ich würde“ nochmals 12 mal. Das sind insgesamt 257 Eigenreferenzen. Das steht dann im Vergleich zu gerade sieben Erwähnungen von „Amerika“ und „Amerikanisch“. Kein Wunder also, dass eigentlich niemand der Konkurrenten, auf demokratischer Seite sowieso nicht, aber auch nicht auf republikanischer Seite gut weg kommt. Alles nur Versager und Nullnummern für Trump. „Wir brauchen derzeit einen wirklich großen Führer. Wir brauchen jemanden an der Spitze, der „The Art of the Deal“ geschrieben hat“. Die Frage ergibt sich von selbst, wer das Buch geschrieben hat…Donald Trump. Falls also „Big D“ gewählt werden sollte – Gott bewahre uns davor -, aber falls es dennoch so weit kommen sollte, dann würden wohl aus den „Vereinigten Staaten von Amerika“ die „Vereinigten Staaten von Donald Trump“ werden. „You’re fired“, ja, dann würde ich wohl auch meinen Job verlieren.

 

 

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