United States of gun violence

Der Angeklagte Dylann Roof am Eingang der Emanuel African Methodist Episcopal Church.

Der Angeklagte Dylann Roof am Eingang der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston, South Carolina.

Eine weitere Bluttat, die man eigentlich nicht verstehen kann. Dachte man, einen Amoklauf in einem Kindergarten, wie in der Sandy Hook Elementary School im Dezember 2012, könne man schlecht toppen, der oder die sah sich am Mittwochabend eines besseren belehrt. Der 21jährige Dylann Roof soll gegen 20 Uhr die Tür zur Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston South Carolina geöffnet haben. Er wurde von den Teilnehmern der anwesenden Bibelgruppe eingeladen, an ihrem Treffen teilzunehmen. Mehrmals wurde er aufgefordert, doch etwas zu sagen, doch er verweigerte. Gegen 21 Uhr soll er dann gesagt haben, er sei eigentlich da, um Schwarze zu töten, zog eine Glock 45er Kaliber aus seiner Tasche und begann zu schießen. Neun Menschen starben am Mittwochabend während einer Bibelstunde in einer traditionsreichen und historischen Kirche.

Am Donnerstagmorgen trat Präsident Barack Obama, an seiner Seite Vize-Präsident Joe Biden, sichtlich erschüttert vor die Presse. Neben seinem Beileid sprach er auch die immer wiederkehrenden Massaker in den USA an. Amerika müsse endlich aufwachen und etwas gegen die Waffengewalt unternehmen. Mit diesen Sätzen brachte er den erzkonservativen Propagandasender FOXNews gegen sich auf. Die sahen darin sofort einen Angriff auf das vermeintliche Recht auf Waffenbesitz. Obama versuche in all der Trauer über die Tat politisch zu punkten. Es sei pietätlos, unamerikanisch, verantwortunglos.

Und dann meldete sich auch noch Hillary Clinton zu Wort, die in ihrer Stellungnahme zu der rassistisch motivierten Bluttat eigentlich das gleiche wie Barack Obama sagte. Den Republikaner und den FOXNews Scharfmachern kam das gerade recht. Hillary wolle eine dritte Obama Amtszeit und gesetzestreuen Amerikanern die Knarren wegnehmen. Jeglicher Versuch den Zugang zu Waffen zu reglementieren sei ein Angriff auf die amerikanische Verfassung. Nicht weniger, sondern mehr Waffen schützten vor Irren, so die Meinung der Waffenlobby. Also, solle in Zukunft nicht nur jeder Lehrer an einer Schule mit der Wumme im Holster unterrichten, sondern auch jeder Pfarrer mit der semiautomatischen Knarre am Gürtel von Gottes Gnade, Vergebung und Nächstenliebe predigen

Den ganzen Tag über interviewte FOXNews „Experten“, die sogar behaupteten, dass die Waffenkriminalität in anderen Ländern viel schlimmer seien. Sie verwiesen auf die Amokläufe in Norwegen, in England und auch in Deutschland. Dort, wo es strengere Waffengesetze gebe.

Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Tagen wieder die Waffen- und Munitionsverkäufe in den USA drastisch ansteigen werden. Das war schon so nach Columbine, nach Aurora, nach Blacksburg, nach Newton und wo all die anderen Amokläufe stattfanden. Eine Diskussion über sinnvolle Waffengesetze wurde jedesmal mit einem Cashtag für die Waffenproduzenten in den USA beantwortet. Wenn erschossene Kleinkinder und Bibel lesende Gläubige keine Gründe sind umzudenken, dann kann diesem Land wirklich nichts mehr helfen.

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