Da kommt was auf uns zu

In Kalifornien herrscht Wasserknappheit. Der Wasserspiegel in Reservoirs, Seen und Flüsse sinkt immer weiter ab. Der Gouverneur hat bereits den Notstand ausgerufen und verpflichtende Wassereinsparungsmaßnahmen angeordnet. In einigen kalifornischen Gemeinden ist es schon so schlimm, dass kein Grundwasser mehr zur Verfügung steht. Und auch hier in der San Francisco Bay Area freut man sich, wenn es mal dröppelt. Ich wohne fast mitten im Wald, der Morgennebel und ein bisschen Nieselregen helfen zumindest etwas gegen die steigende Feuergefahr.

Die Wassertemperaturen im Pazifik steigen, ein El Niño wird immer wahrscheinlicher. Foto: Mhalpert, NOAA

Die Wassertemperaturen im Pazifik steigen, ein El Niño im kommenden Winter wird immer wahrscheinlicher.     Foto: Mhalpert, NOAA

Dass Kalifornien im Spätsommer und Herbst brennen wird, ist klar. Der Boden ist einfach zu sehr ausgetrocknet, das Unterholz zu dicht und die Santa Ana Winde werden wie in jedem Jahr von der Wüste kommend wie ein Heißluftfön jedes Grasfeuer erbarmungslos antreiben.

Und danach wird es nicht besser werden. Meteorologen sehen im Pazifik schon jetzt ein neues El Niño Wetterphänomen. Eigentlich hätte es schon im letzten Winter kommen sollen, doch nichts geschah. Kalifornien blieb verschont. Doch nun haben die Wissenschaftler die Wahrscheinlichkeit von El Niño auf 90 Prozent herauf gesetzt. Es tut sich was im Pazifik. Mike Halpert von der „National Oceanic and Atmospheric Administration“ meint, so eine Entwicklung habe man schon lange nicht mehr beobachten können. Die Wassertemperaturen am Äquator im Pazifik steigen weiter an und beeinflussen so den Niederschlag weltweit. Starke Regenfälle in Nordamerika bedeuten Trockenheit in Asien und Australien.

Kalifornien hofft auf El Niño, um die Reservoirs wieder füllen zu können, um den Grundwasserspiegel wieder anzuheben. Doch starke Regenfälle, wie im Winter 97/98, haben auch ihre Schattenseiten. Der Boden ist ausgetrocknet, es würde zu katastrophalen Überschwemmungen und Erdrutschen kommen. Aber das wird derzeit gerne in Kauf genommen. Es steht uns in Kalifornien in diesem Jahr noch einiges bevor.

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