Es ist gefährlich schwarz zu sein

Vor einem Jahr wurde in Ferguson, Missouri, Michael Brown erschossen. Von einem Polizisten, der ihn kontrollieren wollte. Was sich genau ereignete und was zu den tödlichen Schüssen führte, ist nicht bekannt. Nur, dass Michael Brown unbewaffnet war und Afro-Amerikaner ist. Der Vorfall hallte durchs ganze Land, überall kam es zu Protesten, von Philadelphia bis nach Oakland. Der Aufschrei war groß, etwas müsse sich ändern, meinte sogar Präsident Barack Obama, der sich einschaltete. Doch mal ehrlich, ein Jahr danach muß man sagen, nichts hat sich verbessert.

Foto: AFP

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Bis zum heutigen Tag wurden in den USA 585 Menschen von Polizeikugeln tödlich getroffen. 585 in diesem Jahr. Viele Schüsse waren berechtigt, Täter griffen Polizisten an, bedrohten sie mit Schußwaffen und Messern. Beamte verteidigten sich oder andere. Doch von diesen 585 waren 24 unbewaffnete Afro-Amerikaner. Die Wahrscheinlichkeit für einen Schwarzen in den USA von einer Polizeikugel tödlich getroffen zu werden ist siebenmal höher als für einen Weißen. Wohlgemerkt ein Schwarzer, der keine Waffen jeglicher Art bei sich führt.

Ein Jahr nach den Vorfällen in Ferguson hat sich in der Statistik bislang nichts geändert. Lokale Politiker und Polizeieinheiten wollen etwas tun, stellen „Community Outreach“, die Präsenz in den Nachbarschaften in den Vordergrund, doch bislang hat das zu keinem erkennbaren Erfolg geführt. Sprich, weiterhin sterben nach unverfänglichen Situationen Afro-Amerikaner durch Polizeikugeln.

Die Frage ist warum? Einfach zu sagen, die Polizeieinheiten in den USA seien rassistisch, geht am eigentlichen Problem vorbei. Vielmehr gibt es in Amerika ein Ungleichgewicht, das in fast allen gesellschaftlichen und sozialen Ebenen zu finden ist. Das Schlimme ist bei allem, dass es keine Versuche und Ansätze gibt, all das anzugehen und zu lösen.

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