Ein Monster ist im Anzug

El Niño kann kommen.

El Niño kann kommen.

Wenn man den Vorhersagen Glauben schenken darf, sollte ich mir schon mal regenfeste Klamotten besorgen. Regenjacke, Regenhose und dicke Gummistiefel, denn meine Käthe will jeden Tag raus und in den Wald. Ob da nun ein Super El Niño kommt, der schon jetzt als „Monster“ beschrieben wird, oder auch nicht. Weder Hitze, Nebel noch Regenschauer halten Sie, und damit mich, auf.

Ja, nach vier Jahren Trockenheit in Kalifornien steht uns nun einiges bevor. Zur Zeit braut sich im Pazifik was zusammen, wenn man den Computeranalysen glauben will, der größte El Niño aller Zeiten steht vor der Tür. Booo! Dem Wetterphänomen geht eine deutliche Erwärmung der Gewässer voran. Derzeit sind die Wassertemperaturen vor Peru um vier Grad wärmer als normal. Vor Vancouver und Seattle um drei Grad. Das sind Anzeichen dafür, dass da ein „Monster“ entsteht, so die Wissenschaftler, die das alles beobachten.

Die gelben Stellen zeigen die erwärmten Flächen an. Foto: Earth.nullschool.net

Die gelben Stellen zeigen die erwärmten Flächen an. Foto: Earth.nullschool.net

Für Kalifornien bedeutet ein Super El Niño im kommenden Winter monatelange Regen- und Schneeschauer, die nach vier Jahren Dürre durchaus willkommen sind. Man hofft, damit wieder den Grundwasserspiegel etwas anheben, die Reservoirs und Seen füllen zu können und auch in den Bergen wichtige Schneevorkommen aufzubauen. Die Lage ist derzeit dramatisch in Kalifornien, sogar die gewaltigen, jahrtausendalten Sequoias leiden unter der Trockenheit und zeigen deutliche Zeichen von Stress.

El Niño, so sind sich die Meterologen einig, wird zu über 90 Prozent Ende des Jahres zuschlagen. Was dann kommt ist noch nicht abzusehen. Man hofft, dass alles gut ausgeht, alles in Maßen. Denn die ausgetrocknete Erde könnte die Wassermassen, die da im Anzug sind, gar nicht aufnehmen. Erdrutsche sind unvermeidbar, ein Verkehrschaos steht uns allen bevor. Und Käthe und ich werden durch den matschigen Wald stapfen. Komme was wolle.

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