Es hat sich wohl ausge“BUSH“t

Jahrelang wurde er von seiner eigenen Partei bekniet zu kandidieren. Nach Papa Bush und Bruder Bush, sollte ein weiterer Bush am Schreibtisch im Oval Office Platz nehmen. Vor vier Jahren, gegen Barack Obama, zierte er sich noch etwas, ließ aber alles für die Zukunft offen. Und dann erklärte er im letzten Jahr mit viel Tam-Tam, nun sei es so weit. Der ehemalige Gouverneur von Florida, Jeb Bush, machte seine Kandidatur ums Weiße Haus offiziell. Ein langer Wahlkampf lag vor ihm, doch alles kein Problem, wie es hieß.

"Wird schon noch", scheint Jeb Bush hier zu sagen. Foto: AFP.

„Wird schon noch“, scheint Jeb Bush hier zu sagen. Foto: AFP.

Jeb Bush lag vorne, lange Zeit. Es war klar, er ist der Kandidat der republikanischen Mitte. Dann tauchten aber immer mehr Kandidaten auf. Parteigrößen und bekannte Namen stiegen ein ins Rennen. Und man blickte auf diese Liste und konnte so gar nicht mehr erkennen, wer eigentlich für was stand…auch nicht, für was eigentlich Jeb Bush stand. Nicht nur das, es wurde mit jedem Namen deutlicher, dass die Republikaner eine tief gespaltene und zerstrittene Partei sind.

Jeb Bush, der im Wahllkampf auf seinen Namen und die guten Verbindungen seiner Familie setzte, lag Mitte Juli noch bei 17 Prozent in den Umfragen. Jetzt Mitte September sind es gerade mal noch 8,3 Prozent. Der Fall ist tief und hart. Sogar das Geld bleibt aus. Jettete Bush anfangs noch mit einem Privatjet von Termin zu Termin, fliegt er nun mit Linienmaschinen durch die Gegend.

Jeb Bush, den Donald Trump, als „Langweiler“ bezeichnete und „ohne Energie“ umschrieb, geht die Luft aus. Er scheint nicht der Kämpfer zu sein, der die Ärmel hochkrempelt und die Ellbogen ausfährt. Bush gerät ins Hintertreffen. Der Schreihals Trump bleibt unangefochten vorne und bestimmt auch weiterhin den Wahlkampf mit seinen Verbalergüssen.

Offen diskutiert wird bereits, wer nach Rick Perry die Segel streicht. Da sind George Pataki, Lindsey Graham, Bobby Jindal und Rick Santorum. Diese vier liegen weit hinten, tauchen in den Umfragen kaum noch auf und werden wohl nach der nächsten Debatte in der kommenden Woche ihr Wahlkampfende verkünden. Und was ist mit Jeb Bush? Er wird sicherlich darauf hoffen, bis zu den ersten Vorwahlen Anfang 2016 durchzuhalten. Die nächste TV-Debatte könnte sicherlich eine Trendwende für ihn in den Umfragen bedeuten, aber auch den Anfang vom Ende. Falls Donald Trump seine Führungsrolle verteidigt, Ben Carson und John Kasich auch weiterhin vor ihm liegen und er keinen Gewinn aus dem vielbeachteten Fernsehauftritt ziehen kann, werden sich weitere wichtige Geldgeber umsehen. Auf Bush lagen die Hoffnungen vieler, den erneuten Einzug der Demokraten und vor allem der Clintons ins Weiße Haus zu verhindern. Bislang konnte der dritte Bush nicht liefern.

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