Am Ende liefen ihm die Wähler davon

Am Sonntag rieb sich Scott Walker wahrscheinlich mehrmals die Augen. Denn was er da las, konnte er sicherlich nicht glauben. Die jüngste Umfrage unter republikanischen Wählern war veröffentlicht worden und da lag er, der einstige Hoffnungsträger der Tea-Party, der Koch-Brothers, der gewerkschaftsfeindlichen Konservativen, mit noch nicht einmal einem Prozent weit abgeschlagen. Zwar hatte es oben auch ein Beben gegeben. Donald Trump verlor Prozente, liegt aber weiterhin vorne. Carly Fiorina drängelte sich mit ihren Lügengeschichten vorbei an Ben Carson auf Platz zwei. Der Neurochirurg fiel auf Platz drei, er hatte nach der Fernsehdebatte fünf Prozentpunkte eingebüßt.

Und Tschüss. Walker ist raus. Foto: AFP.

Und Tschüss. Walker ist raus. Foto: AFP.

Dann kam da auch noch Marco Rubio von hinten auf Platz vier…aber Scott Walker, der kam und kam nicht….ach ja, dann, mit etwas mehr als Null Prozent. Da war klar, das Rennen ist vorbei. Aus die Maus für den Wisconsin Governor, der angetreten war, um auch in Washington die Gewerkschaften vor die Tür zu setzen. Die Reaktion der Unions ließ nicht lange auf sich warten. Der Präsident des Gewerkschaftsbundes AFL-CIO, Richard Trumka, meinte: „Scott Walker ist noch immer eine Schande, nur eben nicht mehr auf nationaler Ebene.“

Walker zog sich am Montag zurück und erklärte, er wolle Platz machen für einen konservativen Kandidaten, der dem Spitzenreiter Trump endlich Stirn zeigen könne. Denn bislang ging es nur um persönliche Angriffe im übervollen Kandidatenfeld. Scott Walker forderte andere Mitstreiter ums Weiße Haus auf, es ihm nachzutun und aus dem Rennen auszuscheiden. Die prall gefüllte Kandidatenrunde verhindere nur, dass sich ein wahrer Konservativer herauskristallisieren und am Ende im direkten Duell mit dem politischen Gegner bestehen könnte. Es waren nicht nur die Wähler, die Scott Walker im Sommer davonliefen. Tatsache ist  auch, dass ihm schlichtweg das Geld ausging. Mit seinem Freifall in den Umfragen blieben die Spender aus.

Mit Scott Walker geht einer, auf dem große Hoffnungen gelegen hatten. Andere Kandidaten werden in den nächsten Tagen mit Sicherheit folgen. Dann muß Donald Trump zeigen, dass er bestehen kann. Denn wenn es einmal und endlich um Inhalte geht, kann er sich nicht mehr hinter seinen Verbalangriffen und Selbstbeweihräucherungen verstecken. Carly Fiorina, die zwar in den Umfragen gestiegen ist, wird auch bald wieder fallen. Ihre Münchhausen Geschichten in der Fernsehdebatte stießen einigen doch übel auf.

Der amerikanische Wahlkampf bleibt spannend. Wer wird wohl als nächster in den wohlverdienten Feierabend gehen?

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