Und diese Partei will regieren?

Im Präsidentenwahlkampf gibt es keine gerade Linie. Vielmehr sind jene republikanischen Kandidaten in vorderster Reihe, die als Washington Außenseiter in den Wahlkampf gezogen sind; Donald Trump, Ben Carson und Carly Fiorina. Das gesamte republikanische Establishment fällt bei den Wählern bislang durch. Weder ein Bush noch ein Christie, weder ein Rubio noch ein Cruz, weder ein Huckabee noch ein Paul können da überzeugen. Ganz zu schweigen von den unter-ferner-liefen Kandidaten und den bereits ausgeschiedenen „Hoffnungsträgern“ Scott Walker und Rick Perry. Die Republikaner zeigen Abend für Abend auf der Fernsehbühne ein katastrophales Bild ihrer Partei.

Kevin McCarthy schmeißt die Brocken hin. Foto: AFP.

Kevin McCarthy schmeißt die Brocken hin. Foto: AFP.

Und nun eröffnet die Grand Old Party noch eine weitere Front, diesmal im Kongress. Überraschend trat letzte Woche der Sprecher des Abgeordnetenhauses, John Boehner, von seinem Amt zurück. Immer deutlicher wurde, dass er keine Mehrheit mehr hinter sich hatte. Boehner schmiss hin und man dachte, oder eher hoffte, nun wird das schon wieder mit der GOP. Doch Pustekuchen. Der angedachte Nachfolger sollte der kalifornische Abgeordnete Kevin McCarthy werden, der schon jetzt der Fraktionssprecher seiner Partei im Kongress ist. Alles lief auf ihn hinaus.

Heute allerdings zog auch er den Schwanz ein und meinte, die Partei brauche ein frisches Gesicht. Woher das nun kam, ist allen ein Rätsel. Klar ist nur, die Republikaner im „House“ sind ein einziger Chaosverein. Die verschiedenen Fragmente der Partei sind sich nicht grün, behakeln sich, wo es nur geht. Die Fraktion der Republikaner ist zu einem Minenfeld geworden, der Gegner ist in den eigenen Reihen zu suchen. Von einer geeinten Linie, von einer konservativen Revolution nach acht Jahren Barack Obama ist nichts zu spüren. Und diese Partei will im kommenden Jahr nicht nur das Weiße Haus übernehmen, sondern auch die Mehrheiten im „House“ und im Senat verteidigen.

Die Grand Old Party ist heute nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die einzige gemeinsame Basis besteht darin, Barack Obama und Hillary Clinton abzulehnen. Von eigenen und überzeugenden politischen Ideen, von einer geschlossenen Strategie ist man Lichtjahre entfernt. Und es scheint, es wird nur noch schlimmer. Was die Republikaner und was Amerika gut tun würde, wäre ein Vielparteiensystem. Eine Aufspaltung der Republikaner, der Demokraten, eine Fünfprozenthürde, wie es sie in Deutschland gibt. Damit könnte man diese scheinheilige Chaosdemokratie noch retten. Alles andere führt nur in die absolute Polit-Katastrophe.

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