Keine große Show

Das war also die erste Fernsehdebatte der Demokraten. Kein großes Ereignis, kein großes Fernsehen, kein Hauen und Stechen. Hillary Clinton, Bernie Sanders und drei weitere Kandidaten, die so gut wie niemand kennt und bei denen man sich fragt, warum sie überhaupt auf der Bühne stehen. Viele Kommentatoren erklärten anschließend, die Debatte sei so lahm und langweilig gewesen, sie hätten immer mal wieder zum live übertragenen Baseballspiel umgeschaltet. Als ob das eine spannende Alternative wäre.

Ein nettes Zusammenkommen demokratischer Politiker.

Ein nettes Zusammenkommen demokratischer Politiker.

Genau da liegt das Problem Amerikas. Politik ist nicht Entertainment, auch wenn ein republikanischer Präsidentschaftskandidat Donald Trump es unterhaltsam gestalten will. Politik ist Sachthemen, Statistiken, trockene Zahlen, diplomatisches Feingefühl, Zukunftsvisionen, Sachkenntnis. Eigentlich muß so eine Fernsehdebatte langweilig sein und dennoch die Menschen ansprechen. Was Trump und seine Mitstreiter da auf der republikanischen Seite liefern, hat nur wenig mit Politik zu tun. Es ist Showbusiness, ein schwarz-weiß Bild malen, den Sündenbock ausmachen und einfach erklären, man mache alles besser. Ganz offensichtlich wird das beim verhassten Iran-Deal von Präsident Barack Obama. Alle auf der republikanischen Bühne erklären, es wäre der schlechteste Deal überhaupt, sie alle könnten es besser machen. Übersehen wird dabei, dass der Deal nicht einfach so zwischen den USA und dem Iran abgeschlossen wurde. Weitere Nationen, die UN sassen da mit am Tisch und verhandelten über Jahre diesen Deal aus. Aber egal, die Republikaner sind die Könige der Schlagworte und der Einzeiler.

Die demokratische Debatte drehte sich dann wirklich auch um Sachthemen. Und man erkannte den eigentlich politischen Gegner, die Republikaner. Ein gegenseitiges Niedermachen, ein drauflos schlagen auf die Parteikollegen gab es nicht. Ganz im Gegenteil, zu fast 90 Prozent stimmte man miteinander überein. Als Sieger, wenn man das überhaupt so nennen darf, kam Hillary Clinton aus dieser Debatte, denn sie liegt in den Umfragen weiterhin vorne, machte keinen Fehler und wird auch in den kommenden Wählerbefragungen weiter führen. Als Verlierer kann eigentlich nur Joe Biden genannt werden, der noch immer nicht eindeutig zu einer Kandidatur geäußert hat. Er verliert an Boden, umso länger er damit wartet. Die Demokraten haben noch fünf weitere Debatten geplant, man muß sich allerdings fragen, was da noch groß diskutiert werden soll. Es wird Zeit, dass wir, die Wähler, endlich wählen können.

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