„We are doomed“

Donald Trump kämpft ohne Bandagen. Foto: Reuters.

Donald Trump kämpft ohne Bandagen. Foto: Reuters.

Die jüngsten Zahlen machen einen schon etwas nervös. Donald Trump führt mit 32 Prozent das republikanische Kandidatenfeld an. Hinter ihm, mit 22 Prozent, der Neurochirurg Ben Carson. Weit abgeschlagen sind Marco Rubio mit zehn Prozent und dann Jeb Bush mit nur noch sieben Prozent. Es ist ein Desaster für die Republikaner, denn derzeit wollen mehr als die Hälfte der Wähler einen politischen Außenseiter im Weißen Haus. Die bekannten Politköpfe sind nicht gefragt, haben ausgedient, kommen wenige Monate vor dem Beginn der Vorwahlen in Iowa an ihre Grenzen. Geldgeber wenden sich ab, die Themen, die sie ansprechen sind nicht gefragt, sie müssen mehr reagieren auf das, was Trump und Carson von sich geben, als ihre eigenen Visionen für die USA darzulegen. Auweia, Republikaner!

Auf der demokratischen Seite scheint das Rennen gelaufen zu sein. Hillary Clinton hat eine komfortable Führung in den Umfragen. Auch wenn Bernie Sanders immer mal wieder Achtungserfolge erzielt, er wird die „Grand Lady“ der Partei nicht stürzen können. Mit der Absage von Joe Biden gibt es innerparteilich keine ernstzunehmende Konkurrenz mehr für Hillary.

Also, könnte es zu einem Zweikampf Clinton gegen Trump kommen? Was ich vor einem halben Jahr noch als unmöglich gehalten habe, ist nun durchaus denkbar. Doch der Donald hat noch harte Monate vor sich. Ja, er liegt in den Umfragen klar vorne, doch bei zwei wichtigen Wählergruppen fällt er durch: Frauen und Hispanics. Sein großes Mundwerk hat ihn da in die Bredouille gebracht. Wenn er tatsächlich als Sieger aus den republikanischen Vorwahlen hevorgehen sollte, dann muß Donald Trump eine Kehrtwende machen, denn ohne die Stimmen der Hispanics im Land hat er am 8. November keine Chance. Bei den Frauen könnte Trump durchaus noch punkten, denn Hillary Clinton ist nicht gerade beliebt bei ihnen, warum auch immer.

Trump vs. Clinton wäre ein offener Schlagabtausch, in dem es vor allem um Tiefschläge gehen würde. Trump macht seit Wochen klar, dass sein Wahlkampf der schmutzigste aller Zeiten werden wird. Nichts und niemand ist vor ihm sicher. Eine Hillary Clinton wäre da keine Ausnahme. Doch Hillary ist erfahren genug, sie kann nicht nur einstecken, sie würde auch mit aller Konsequenz austeilen. Klar, es wäre ein mehr als unterhaltsamer, doch auch ein brutaler und folgenreicher Wahlkampf. Denn am Ende würde jemand ins Weiße Haus einziehen, dem oder der man nicht trauen kann.

 

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