Die Einheit der Partei

Es war mal ein unterhaltsamer Abend. Das republikanische Stelldichein auf CNBC. Foto: Reuters.

Es war mal wieder ein sehr unterhaltsamer Abend. Das republikanische Stelldichein auf CNBC. Foto: Reuters.

Die republikanischen Präsidentschaftskandidaten kamen gestern zur dritten Fernsehdebatte zusammen. Diesmal übertrug CNBC, die Moderatoren und ihre Fragen waren schon etwas nervig. Man hatte immer das Gefühl, dass sie einen Streit vom Zaun brechen wollten. Das passierte nicht, ganz im Gegenteil, zum ersten Mal präsentierten sich die Kandidaten auf der Bühne als Einheit, als Teil der republikanischen Partei. Sie erkannten den politischen Gegner und hieben vor allen auf Hillary Clinton ein. Die liegt in den Umfragen weit vorne und wird wohl die Herausforderin bei den Demokraten werden.

Allerdings wurde in dieser durchaus inhaltlichen Debatte auch deutlich, wohin der Weg mit einem republikanischen Präsidenten gehen würde. Radikal wolle man die Regierung umbauen, Ministerien abschaffen, Bürokratie vermindern. Der Steuersatz solle vereinfacht werden und nur noch bei allgemein zehn Prozent liegen. Das Militär muß natürlich ausgebaut, Umweltschutzmaßnahmen verringert werden. Mexiko baut die Mauer entlang seiner Nordgrenze, Unternehmen, die im billigen Ausland produzieren, müßten heimgeholt, das Sozial- und Gesundheitswesen ganz neu gestaltet werden. Elf Millionen illegale Einwanderer sollten abgeschoben und die USA würden sicherlich in neue Kriegsschauplätze hineingezogen werden.

Zwar sagten die Kandidaten, sie geben keine Versprechen, wie das in ihren Augen die Demokraten tun, aber was da von Seiten der Republikaner geplant wird, gleicht in bestimmten Bereichen einem radikalen Kahlschlag in den USA. Wie das alles finanziert werden soll, bei gleichzeitigen Steuererleichterungen ist fraglich. Klar, Donald Trump ist der Vertragsexperte, wie er sich selbst immer wieder bezeichnet. Und auch die anderen auf der republikanischen Bühne halten da nicht zurück. Sie schwärmen von Amerika und dem „American Dream“, so, als ob das hier das Paradies ist.

Den großen Gewinner gab es an diesem Abend nicht. Jeder punktete irgendwie für sich, große Schankungen in den Umfragen werden nicht die Folge sein. Das allerdings ist keine gute Nachricht für Jeb Bush, Ted Cruz, Marco Rubio und die anderen unter ferner liefen Kandidaten. Carson und Trump liegen weiter vorne, wo das noch hinführen wird, muß man in den nächsten Wochen und Monaten sehen. Die Kleinstaaten Iowa und New Hampshire werden die politischen Weichen stellen, man muß sich fragen, warum nur, denn politisches Gewicht außerhalb der Vorwahlen haben sie nicht.

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