Vom Hoffnungsträger keine Spur (mehr)

Es wurde viel geschrieben über das Duell der Polit-Dinos Bush vs. Hillary. Jeb Bush gegen Hillary Clinton. Beide seien die Zugpferde ihrer Partei, haben den bekannten Namen, können sehr viel Geld bei Spendern eintreiben. Doch aus dem Zweikampf wird nichts. Hillary marschiert zwar weiterhin auf die Nominierung ihrer Partei zu, aber der ehemalige Gouverneur von Florida, Jeb Bush, wird wohl nicht der Kandidat seiner Partei werden.

Irgendwie fehl am Platz: Kandidat Jeb Bush. Foto: AFP.

Irgendwie fehl am Platz: Kandidat Jeb Bush. Foto: AFP.

Für alle überraschend ist Bush nicht der Frontrunner der Republikaner. Das Geld hat er, die Erfahrungen auch und dazu noch zwei ehemalige Präsidenten in der Familie, die ihm liebend gerne zur Seite springen würden. Aber Jeb Bush kann einfach nicht überzeugen. Bei den drei Fernsehdebatten stand er irgendwie deplatziert auf der Bühne, so, als wolle er sagen „was mache ich hier eigentlich?“. Am besten hat das wohl der omnipräsente Donald Trump ausgedrückt, der Bush als „low energy“ umschrieb. Kein Elan, keine Energie, keine Stimmungskanone. Jeb Bush überzeugt kaum noch jemanden, von einem mitreißenden Wahlkampf keine Spur.

Das drückt sich auch in den Umfragen aus. Der Präsidentenbruder und -sohn kommt einfach nicht voran. Er hängt bei seinen paar Prozentpunkten fest, andere liegen weit vor ihm, er schafft es nicht aus dem Umfragekeller herauszukommen. Nun hofft Jeb Bush auf die Vorwahlen in New Hampshire, ein politisch unbedeutender Kleinstaat, in dem als zweites gewählt wird. Hier will er punkten, hier setzt er fortan seine Kräfte und sein Geld ein. Es soll ein positives Zeichen von New Hampshire ausgehen, von hier aus will er das Feld aufrollen. Doch Beobachter und Kommentatoren glauben nicht an das Wunschdenken von Jeb Bush. Und auch nicht daran, ob er es überhaupt bis zum Beginn der Vorwahlen schaffen wird. Zwar erklärt der 62jährige ständig, seine Kampagne verlaufe ganz nach Plan und sein Team sei guter Dinge, doch hinter den Kulissen sieht es anders aus. Einigen Mitarbeitern wurde bereits gekündigt, anderen die Gehälter gekürzt. Die Stimmung im Team Bush ist alles andere als gut, denn egal, was man auch macht und versucht, es zahlt sich nicht aus in den Umfragen.

Jeb Bush wird wohl nicht der Kandidat seiner Partei werden, es scheint, er will es auch gar nicht. Seine Körpersprache ist eindeutig. Es sieht so aus, als ob er sich zu dieser Kandidatur überreden ließ, wahrscheinlich mit dem Argument, dass er die Partei hinter sich habe. Doch dann kamen Trump und Carson und ein Dutzend weiterer Kandidaten und die Frage, für was steht eigentlich Jeb Bush? Er ist kein Kämpfer, kein Entertainer, kein motivierender und mitreißender Politiker. Und auch eine große Vision für das Land fehlt ihm. Jeb Bush wird wohl nur noch hoffen, einigermaßen glimpflich aus dem Abenteuer Präsidentschaftswahlkampf heraus zu kommen. Das kann man ihm nur wünschen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *