Begreifen kann man das nicht mehr!

Eigentlich müssten die USA ja das sicherste Land der Welt sein. Denn, wenn ich der Logik der Waffenlobby und all der republikanischen Präsidentschaftskandidaten folge, dann ist es doch so, dass man nur bewaffnet den bewaffneten bösen Buben begegnen kann. In einem Land mit geschätzten 400-500 Millionen Schußwaffen im Umlauf, müsste ich eigentlich sicher sein. Doch Pustekuchen, Amerika ist trotz Schwerbewaffnung eines der gefährlichsten Länder der Welt. Die Mordrate ist mit rund 16.000 „Homicides“ pro Jahr lebensgefährlich. Hinzu kommt noch einmal die gleiche Zahl an Selbstmördern, die sich mit einer Knarre den letzten Schuss setzen. Die USA sind ein blutiges Land mitten im Krieg.

Klare Ansage an Terroristen und Amokläufer. Ziehst Du Deine Wumme, ziehe ich meine. Foto: AFP.

Klare und deutliche Ansage an Terroristen und Amokläufer. Ziehst Du Deine Wumme, ziehe ich meine. Foto: AFP.

Am vergangenen Freitag ballerte ein Attentäter in einer Abtreibungsklinik von Planned Parenthood in Colorado Springs um sich. Gestern dann die Wahnsinnstat in San Bernardino, 14 Tote, 17 Verletzte und zwei „neutralisierte“ Täter, wie es die Polizei nannte. Ein Großaufgebot der Einsatzkräfte sucht noch immer nach einem Motiv.

Die Antwort auf diese Blutbäder sind klar. Hier die Stimmen, die endlich ein Umdenken fordern. Dort jene lautstarke Knarrenlobby, die noch mehr Waffen in den Händen der Amerikaner sehen wollen. Am Tag danach melden sich Politiker, Sheriffs und Kommentatoren zu Wort, die tatsächlich die Bürger auffordern, fortan bewaffnet das Haus zu verlassen, „to ensure the safety of yourself and others“, so Sheriff Paul J. Van Blarcum von Ulster County, New York.

Für Detroits Police Chief, James Craig, ist die Lage eindeutig. „If you’re a terrorist, you want unarmed citizens“. Deshalb fordert er die 30.000 Bürger mit Waffenlizenz in seiner Stadt auf, nur noch mit Knarre auf die Straße zu gehen. Denn wenn ein Terrorist deinen Weg kreuzt, versteht er nur eine Sprache…bang-bang.

Arizonas berühmt-berüchtigter Sheriff Joe Arpaio will gleich den ganzen Bundesstaat mobilisieren. Die rund 250.000 Waffenbesitzer Arizonas sollten in Zukunft an der Seite der Polizeieinheiten die Bürger vor Terror und Amokläufen schützen. Wenn da ein böser Jemand irgendwo in einer Menschenmenge eine Knarre zieht, dann sollte da auch ein guter Jemand mit einem Waffenschein sein, der den Terroristen/Amokläufer/Verrückten gezielt ausschalten, sprich umblasen kann, so Arpaio.

Am Donnerstag versuchten Demokraten im Senat einen kleinen Schritt in Richtung Waffenkontrolle. Sie forderten, dass diejenigen, die auf der sogenannten „No-Fly“ Liste geführt werden, keine Waffen kaufen dürfen. Die „No-Fly“ Liste wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 von der Bush-Adminstration eingeführt. Darauf werden Personen geführt, die als „gefährlich“ eingestuft werden und deshalb nicht per Flugzeug in den USA reisen dürfen. Die republikanische Mehrheit blockierte jedoch den Versuch der Demokraten. Ihr Argument, die Liste sei fehlerhaft und deshalb dürfe sie nicht für ein Waffenkauf- und Waffenbesitzverbot herangezogen werden. Noch Fragen? Ich habe keine mehr. Schon lange nicht mehr.

 

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