Kein friedliches Fest in Oakland

Einen Tag vor Weihnachten ist die Mordrate in Oakland auf 92 gestiegen. Ein 17jähriger und ein 21jähriger sind die jüngsten Opfer der Waffengewalt in meiner zweiten Heimatstadt. Die beiden Freunde standen am gestrigen Abend vor einem Wohnhaus in West-Oakland, als die tödlichen Schüsse fielen. Die Polizei sucht noch nach Zeugen, Motiv und dem Täter.

Die Oakland Polizei ermittelt nach einem weiteren Doppelmord. Foto: Reuters.

Die Oakland Polizei ermittelt nach einem weiteren Doppelmord, der die Opferzahl auf 92 gebracht hat. Foto: Reuters.

Mit diesen beiden „Homicides“ liegt die Zahl schon um sechs höher als im gesamten Jahr 2014. In Oakland hofft man Jahr für Jahr nicht die magischen 100 zu überschreiten. Bürgermeisterin Libby Schaaf, die im letzten Jahr auch ins Amt gewählt wurde, weil sie die hohe Gewalt- und Mordrate in der Stadt zur Priorität machen wollte, steht vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe. Ein Gewaltpräventionsplan ist schon seit langem in Arbeit, doch in Oakland findet man keine gemeinsame Linie. Stadträte, denen der Plan nicht weit genug geht, blockieren die Ansätze von Schaaf. Verschiedene kommunale Gruppen fühlen sich übergangen, Oakland gleicht einem politischen Tollhaus. Um es anders darzustellen, wer die Fernsehserie „The Wire“ kennt, kann sich die Situation hier vorstellen. Die Produzenten der TV Serie hatten anfangs sogar geplant, „The Wire“ in Oakland zu drehen, denn die Stadt ähnelt in vielem Baltimore. Nicht nur der Hafen und die hohe Gewaltrate erinnern an die City in Maryland. Auch der politische Irrsinn und die unzähligen Interessensgruppen machen Oakland wie Baltimore unkontrollierbar.

Zwei weitere Morde kurz vor den Feiertagen lassen auf nichts gutes zum Jahresausklang hoffen. Der Doppelmord könnte der Beginn eines neuen Gangkrieges in Oakland sein. Ein friedliches Fest sieht anders aus.

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