Weniger tote Polizisten in den USA

Polizeieinheiten nehmen Abschied von einem ihrer Kollegen. Foto: Reuters.

Polizeieinheiten nehmen Abschied von einem ihrer Kollegen. Foto: Reuters.

Es gibt keinen „Krieg gegen Polizisten“ in den USA. Das ist das Ergebnis einer Datenauswertung, auch wenn diese Zahlen FOXNews und den republikanischen Präsidentschaftskandidaten so gar nicht in den Kram passen werden. Denn sie haben gleich mehrmals Präsident Barack Obama vorgeworfen, sich nicht schützend vor Polizisten zu stellen. Chris Christie meinte im September, „Polizeibeamte werden gejagt“. Mike Huckabee meinte kurz darauf „der Krieg gegen die Polizei“, sei für einen „Anstieg der Kriminalität“ verantwortlich. Und Ted Cruz setzte sogar in seiner Rolle als Senator eine Anhörung an mit dem Titel „Krieg gegen die Polizei“. Ted Cruz beschuldigte die Obama Adminstration ein „Umfeld geschaffen zu haben, in dem die Männer und Frauen der Polizeieinheiten unter einem Dauerangriff leiden“. Die ganze brutale Rhetorik aus dem republikanischen Lager führte dazu, dass in einer Umfrage schließlich 58 Prozent der Befragten erklärten, in den USA gebe es einen „Krieg gegen die Polizei“.

Und nun die Zahlen, die eigentlich genau das Gegenteil belegen. Der „National Law Enforcement Officers Memorial Fund“ hat in seinem Jahresbericht bekannt gegeben, dass 2015 „nur“ 42 Polizisten erschossen wurden, 14 Prozent weniger als 2014. Insgesamt starben 124 Polizisten „in the line of duty“. Allein ein Drittel bei Verkehrsunfällen, 30 durch berufsbedingte Krankheiten und Folgen. Die Todesrate von Polizisten im Dienst 2015 ist die zweitniedrigste aller Zeiten. Natürlich ist eine Zahl von 42 erschossenen Beamten hoch, aber von einem „Krieg gegen die Polizei“, von einer „Jagd“ auf die Männer und Frauen in Uniform, kann da wohl nicht gesprochen werden. Die Republikaner, das wird hier mal wieder deutlich, arbeiten mit Angst und Schrecken in ihrem Wahlkampf. So sollte man nicht ins Weiße Haus einziehen dürfen.

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