Die Alpträume wird man nie los

Schwester Milgitha     
Schwester Milgitha vor der Krankenstation in Kaduha, Ruanda.

Schwester Milgitha vor der Krankenstation in Kaduha, Ruanda.

Als ich das erste Mal in Ruanda war, lernte ich Schwester Milgitha kennen. Eine katholische Ordensfrau, die in den 70er Jahren von Münster nach Ruanda zog und dort in die Pampa von Kaduha, ein kleines Dorf mehrere Autostunden entfernt von der Hauptstadt Kigali. Schwester Milgitha baute dort mit ein paar anderen Nonnen eine Gesundheitsstation, das Centre de Santé, auf. Die Arbeit der deutschen Ordensfrauen kam gut an, jeder wurde in der Landklinik behandelt. Hutu und Tutsi gleichermaßen. Doch dann kam der 6. April 1994 und Schwester Milgitha erlebte die Hölle auf Erden. Der Audiobeitrag oben erzählt ihre Geschichte.

Schwester Milgitha ist heute keine Schwester mehr. Der Orden hat sie verstoßen, nachdem sie sich weigerte nach Deutschland zurück zu kehren. Die ZEIT Korrespondentin Andrea Jeska hat in ihrem Artikel „Die verstoßene Retterin“ das festgehalten, was vor ein paar Jahren dann passierte. Das Mutterhaus sah das natürlich anders. Andrea Jeska und ich wechselten ein paar Emails, tauschten uns über Antworten aus, die wir vom Orden der barmherzigen Clemensschwestern in Münster bekamen.

Heute dann erhielt ich diese Email von Andrea Jeska, die ich einfach so hier weitergebe, gerade auch, weil ich in der Vergangenheit mehrmals an dieser Stelle über das Leben und Werk von Schwester Milgitha in Ruanda berichtet habe:

„Sie haben vor gut einem Jahr auf meinen ZEIT-Artikel über die ruandische Nonne Schwester Milgitha reagiert und für die Arbeit der Schwester in Ruanda gespendet.  Schwester Milgitha hat diese Spenden für „ihre“ Waisen und zur Unterstützung der Armen verwendet.
Heute schreibe ich Ihnen allen (verzeihen Sie die Rundmail, jeden persönlich anzuschreiben, ist mir leider nicht möglich), weil Schwester Milgitha in großer Not ist und ich noch einmal auf Ihre Hilfe hoffe. Die Schwester ist schwer erkrankt und wurde zum Ende des Jahres nach Deutschland ausgeflogen, weil eine Behandlung in Ruanda nicht mehr möglich war. Schwester Milgitha hat schwere Gelbsucht, einen Gallenverschluss und die Ärzte vermuten einen Tumor. Sie muss dringend operiert werden.
Wie Sie aus meinem Artikel wissen, hat der Orden seinerzeit Schwester Milgitha ausgeschlossen, damit war sie auch nicht mehr in Deutschland krankenversichert. Die Operation wird viel Geld kosten, welches die Schwester nicht hat.  Zurzeit liegt sie bei Bonn im Krankenhaus und wird stabilisiert. Sollten Sie bereit sein, der Schwester noch einmal zu helfen, täten Sie damit ein wirklich gutes Werk. Wie schon damals können Sie auf das Konto der Ruandahilfe Wessum spenden.  Allen, die helfen, herzlichen Dank – oder wie Schwester Milgitha sagen würde: ganz viel  Segen für Sie. Andrea Jeska“

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