Die USA ziehen die Visa Schrauben an

Amerika macht die Grenzen dicht. Fortan dürfen Bürger aus 38 Ländern, darunter vor allem aus Europa, die eigentlich Visa-Freiheit für die USA haben, nicht mehr so ohne weiteres einreisen. Und zwar dann, wenn sie seit dem 1. März 2011 in den Iran, den Irak, nach Syrien oder in den Sudan gereist sind. Das betrifft auch – und nun wird es interessant – EU Bürger mit doppelter Staatsbürgerschaft. Also ein Deutscher, der auch noch einen iranischen Pass hat, darf über die bislang bestehende Visa-Freiheit nicht mehr in die USA einreisen. Er oder sie muß in Zukunft vor einer Reise direkt und persönlich bei einem US Konsulat vorstellig werden. Der deutsche Pass wird damit nicht mehr anerkannt.

Die neue Regelung, die eigentlich erst ab April gelten sollte, ist ein Kompromiss zwischen der Obama Administration und dem republikanisch geführten Kongress. Es werde im Einzelfall entschieden, so Josh Earnest, der Pressesprecher des Weißen Hauses. Was das heißt ist, wer nachweisen kann, dass er seit 2011 aus beruflichen Gründen, als Entwicklungshelfer oder als Journalist in die Länder reisen mußte, darf auch weiterhin ohne gesondertes Visa einreisen. Für Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft allerdings gilt das nicht. Selbst Kinder iranischer Eltern, die in Ländern der EU geboren wurden und noch nie im Iran waren, jedoch einen iranischen Pass haben, werden fortan gesondert geprüft.

In den USA glaubt man, so das „Homeland“ sicherer machen zu können. Das erste bekannte Opfer der neuen Regelung ist die BBC Journalistin Rana Rahimpour. Sie hat einen britischen und einen iranischen Pass und arbeitet für die BBC im persischen Service. Rahimpour wollte in der letzten Woche von London Heathrow zu einer Familienfeier nach New Jersey fliegen. Am Flughhafen wurde ihr gesagt, ohne Visa könne sie nicht reisen. Noch ist unklar, ob die neue Visa-Regel bestehen bleibt, das Weiße Haus würde es gerne ändern, die Republikaner hingegen wollen das ganze Prozedere noch verschärfen. In einem Wahljahr wird daher erst einmal nicht viel passieren.

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