Trump ist „nur“ Zweiter

Das war es dann wohl mit Donald Trump. Klar, Iowa ist nicht die USA, aber so eine Niederlage dürfte den Donald schon wurmen. Großmäulig ging er in die Abstimmung und versagte kläglich. Ja, er wurde Zweiter, aber das passt so gar nicht zu einem, der meinte, er kann das Feld von hinten problemlos aufrollen. Iowa war der Anfang vom Ende der Trump-Show. Der Egomane aus New York City kam auf dem Land ins Straucheln.

Natürlich wird Donald Trump jetzt (noch) nicht in den Sack hauen, aber sein Image des erfolgreichen Milliardärs, der im Wahlkampf alles unbeschadet sagen kann und dennoch in den Umfragen steigt, ist dahin. Umfragen sind nicht Wahlergebnisse, das ist die Lektion des Abends. Und sein Widersacher Ted Cruz setzte sich mit seiner erzkonservativen Weltanschauung durch. Kurz hinter Trump Marco Rubio, es läuft also in den kommenden Wochen auf einen Dreikampf hinaus. Alle anderen Kandidaten lagen in Iowa weit abgeschlagen.

Gleich zwei Namen haben bereits kurz nach Bekanntwerden der ersten Ergebnisse die Segel gestrichen. Mike Huckabee bei den Republikanern und Martin O’Malley bei den Demokraten. Huckabee hatte 2008 noch die Wahlen in Iowa gewonnen.

"Talking about a revolution, sounds (not anymore) like a a whisper". Bernie Sanders ist die wirkliche Überraschung dieses Wahlkampfes. Foto: Reuters.

„Talking about a revolution, sounds (not anymore) like a a whisper“. Bernie Sanders ist die wirkliche Überraschung dieses Wahlkampfes. Foto: Reuters.

Spannend am Abend der Zweikampf zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders, der auf ein Patt hinausläuft und eigentlich eine Niederlage für Clinton ist. Denn sie hatte alles generalstabsmäßig vorbereitet und dann kam der erklärte „demokratische Sozialist“ Sanders auf die Bühne und machte alles kaputt. Anfangs lag er in Iowa fast 50 Prozent hinter Hillary und nun gleichauf. Es ist ein bisschen so wie vor acht Jahren, auch Obama gewann überraschend mit „Hope“ und „Change“ und „Yes, we can“ Iowa. Oder man erinnere sich an den Grünen Ralph Nader im Jahr 2000. Beide mobilisierten vor allem viele junge Wähler, die von der Message begeistert waren. Und Sanders ist ja eher auf der Linie eines europäischen Sozialdemokraten und steht nicht für die Politik eines Fidel Castro, Erich Honeckers oder eines Hugo Chavez, auch wenn er hier in den USA so dargestellt wird. Sanders kommt an bei den Jungen, beim linken Flügel der Partei, gerade sein anderer Ton, gegen das politische Establishment.

Man sollte auch mal ein Jahr zurückblicken. Damals sah alles nach einem Zweikampf Jeb Bush gegen Hillary Clinton aus. Die Kommentatoren stöhnten, das könne nur ein gähnend langweiliger Wahlkampf zweier Politik-Dynastien geben. Und nun ist alles anders. Politik wurde zum Entertainment, Elefantenrunden im Fernsehen erzielen Einschaltquoten wie American Football Spiele. Deutlich wird auch, dass die beiden Parteien ein ziemlich großes Problem haben, denn ihnen laufen die Wähler weg. Die wollen vielmehr einen Washington-Außenseiter wählen, als jemanden, der von den Parteibossen in die vorderste Reihe geschoben wurde. Alles in allem, es bleibt spannend…und unterhaltsam.

 

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