Der Clown und die Gehirntoten

Die Daily beschimpft Trump als Clown und seine Wähler als gehirntot.

Die Daily beschimpft Trump als Clown und seine Wähler als gehirntot.

Was für ein Wahlausgang! Donald Trump gewinnt erwartungsgemäß und auch Bernie Sanders zeigt, was eine demokratische Harke ist. Hillary Clinton erhielt in New Hampshire einen ziemlichen Dämpfer. Bei den Republikanern wurde das Feld noch einmal kräftig durchgewirbelt. John Kasich ist obenauf, Ted Cruz glaubt an sich selbst, Jeb Bush dümpelt weiter vor sich hin. Marco Rubio sieht sich mißverstanden. Chris Christie sollte nun aufhören. Bei Carly Fiorina und Ben Carson fragt man sich, warum sind die beiden überhaupt noch im Rennen?

Die Huffington Post beschreibt Trump als rassistischen, sexistischen und fremdenfeindlichen Demagogen.

Die Huffington Post beschreibt Trump als rassistischen, sexistischen und fremdenfeindlichen Demagogen.

Nun geht es weiter nach South Carolina, da könnten die Karten neu gemischt werden. Spannend wird da vor allem die Wahl bei den Demokraten sein. Hillary Clinton liegt in den Umfragen bei Afro-Amerikanern und Latinos vor Bernie Sanders. Diese Wählerschaft gab es in Iowa und New Hampshire kaum, doch in South Carolina sind diese beiden Wählergruppen gut vertreten und könnten die Wahl maßgeblich mitentscheiden. Aus diesem Grund reist Bernie Sanders am Mittwochmorgen nach New York, um dort den Bürgerrechtler Al Sharpton zu treffen. Sanders erhofft sich so, Zuspruch der „Black Community“ in den USA zu bekommen.

Unterdessen greifen einige der amerikanischen Medien den republikanischen Wahlsieger des Abends, Donald Trump, heftigst an. Die New York Daily News macht mit dem „Clown Trump“ auf und fragt, ob die Wähler in New Hampshire Gehirntote seien. Die Huffington Post hingegen erklärt ganz klar: WTF („What The Fuck“) rassistischer, sexistischer, fremdenfeindlicher Demagoge gewinnt New Hampshire“. Nun beginnt der harte Teil des Wahlkampfes, Tiefschläge sind ab jetzt erlaubt.

 

Hier noch ein Interview, das ich am Abend einem Privatsender in der Schweiz gegeben habe:

Sanders und Trump gewinnen die Wahl. Überraschung für dich?

Nein, das war vorher schon klar, es ging eigentlich nur darum, wie hoch beide gewinnen. Donald Trump schaffte genau das, was in den Prognosen genannt wurde. Bernie Sanders liegt mit derzeit über 20 Prozent vor Hillary Clinton. So deutlich hat das wohl keiner erwartet.

Bernie Sanders hat doch deutlich vor Clinton gewonnen. Wie kam es dazu?

Bernie Sanders hatte sich auf New Hampshire konzentriert und er ist aus dem Nachbarstaat Vermont. Die Wählerschaft in der Gegend ist weitaus mehr auf seiner Linie, glaubt seiner Message. Und die kommt einfach an. Interessant vor allem auch, dass Sanders mehr als die Hälfte der weiblichen Wähler für sich gewinnen konnte.

Wie kann Clinton die jungen Wähler mobilisieren?

Also, Iowa und New Hampshire waren nur der Beginn dieses Wahlkampfes, das sind vor allem „weiße“ Bundesstaaten. In South Carolina sieht das schon ganz anders aus. Da gibt es mehr Afro-Amerikaner, mehr Latinos. Das sind vor allem die Wähler, die jetzt umkämpft sind. Clinton sieht sich bei ihnen vorne, sie wird sich in den kommenden Wochen darauf konzentrieren, danach geht es um die jungen und Neuwähler.

Was heisst das Ergebniss von New Hamphire jetzt für die weiteren Vorwahlen bei den Demokraten?

Das Ergebnis ist eine klare Ansage an Hillary Clinton, dass es nicht leicht wird. Man sieht schon jetzt, dass sie politisch nach links rückt, um Sanders Wähler zu gewinnen. Bernie Sanders wird ihr einen harten Zweikampf liefern, vor allem auch, weil er von Millionen von Amerikanern finanziell unterstützt wird. Die haben durchschnittlich gerade mal 27 Dollar gespendet, darauf kann er nun bauen. Er hat kein Super PAC im Rücken, keine großen Geldgeber.

Trump fährt nach dem zweiten Platz in Iowa jetzt einen Erfolg ein. Warum?

Trump hatte sich kaum auf Iowa konzentriert, dort wenig Wahlkampf gemacht. Er wollte New Hampshire gewinnen. Das war für ihn die Testwahl und er hat nun deutlich gezeigt, dass er so leicht nicht wegzukriegen ist. Damit hat die republikanische Partei nun ein sehr großes Problem.

Was ist der John Kasich auf dem zweiten Platz für ein Mann?

Kasich ist eigentlich mehr so ein Mitte-Rechts-Mann, durchaus wählbar, erfolgreich als Gouverneur in Ohio. Wichtig war bei dieser Wahl, wer von den drei Gouverneuren, also John Kasich, Chris Christie und der Ex-Gouverneur Jeb Bush die Nase vorn hat. Kasich geht nun gestärkt nach vorne, er hat die besten Aussichten.

Was heisst Trumps Erfolg für den weiteren Wahlverlauf?

Ganz klar, Trump macht weiter und bestimmt den Wahlkampf in den Reihen der Republikaner. Die sind derzeit so gespalten, dass es keine einheitliche Front gegen den Milliardär gibt. Und das hilft eben Trump, der eigentlich mit keiner klaren politischen Aussage Wahlkampf führt.

Was meinst du, wird jemand der Republikaner Cruz, Bush oder Rubio jetzt das Handtuch schmeissen?

Ich denke auf den hinteren Plätzen wird sich was tun, also Ben Carson, Carly Fiorina könnten aussscheiden, für sie ist das Rennen quasi gelaufen. Und Chris Christie, der Gouverneur von New Jersey muß sich jetzt eingestehen, abgeschlagen hinter Kasich und Bush, dass es keinen Sinn mehr macht.  Gerade auch, weil Christie viel Zeit und Geld in New Hampshire investiert hat. Das hat sich nicht ausgezahlt. Sinnvoll wäre es jetzt für ihn, wenn er sich zurück zieht und einen der anderen Kandidaten unterstützt, im Kampf gegen Trump.

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