Bernie gegen Hillary

Irgendwie sind die demokratischen Debatten ein bißchen wie die Sesamstrasse. Da sind Ernie und Bert, die man beide mag, jeden auf seine Art. Und nach der heutigen Fernsehdebatte zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders ist das wohl auch so, zumindest ein bißchen. Den einen mag man da etwas mehr, aber im großen Bild, wer am Ende im Weißen Haus sitzen soll, eine(r) der beiden oder einer der sechs anderen Kandidaten, ist die Wahl wohl klar.

Bernie Sanders und Hillary Clinton in Milwaukee. Foto: Reuters.

Bernie Sanders und Hillary Clinton in Milwaukee. Foto: Reuters.

Im heutigen Aufeinandertreffen in Milwaukee gab es teils heftige Wortgefechte, aber das ist gut so. Damit können die Wähler ihre Wahl treffen. Es geht um vieles, Hillary Clinton will die Politik Barack Obamas fortsetzen und gleichzeitig dem Land ihren Stempel aufdrücken. Lange hat sie darauf warten müssen, erst als First Lady mit Ambitionen ihren Mann tatkräftig zu unterstützen, dann als Senatorin, dann als Präsidentschaftskandidatin und schließlich als Außenministerin. Wenn nicht jetzt, dann wohl nicht mehr. Hillary Clinton hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, das zeigt sie bei jedem Wahlkampfauftritt, bei jeder Fernsehdebatte. Ihre Kampagne ist genauestens durchgeplant. Am Ende wird sie wohl die Gewinnerin sein.

Hillary wird siegen, wohl auch aus dem Grund, weil Bernie Sanders zu intellektuell ist. Allein sein heutiger Auftritt, seine Fähigkeit nicht auf ein paar vorgelernte Sätze zu bauen, sondern vielmehr Amerika in seinen geschichtlichen Zusammenhängen zu sehen, zu verstehen und zu erklären, ist einmalig in diesem Wahlkampf. Kein anderer Kandidat schafft das. Doch damit wird man in den USA nicht gewählt. Bernie Sanders begeistert mit seiner Sicht der Dinge viele in und außerhalb der demokratischen Partei. Am Ende werden es aber wohl nicht genug sein, um ihn ins Rennen gegen den republikanischen Kandidaten zu schicken. Je länger die Vorwahlen andauern, je mehr werden die Wähler auf den bekannten Namen setzen, auf das was sie kennen und erwarten können. Politische Experimente, dem Ruf nach einer „politischen Revolution“ werden immer weniger folgen. Doch Sanders hat mit seiner Kandidatur schon jetzt viel erreicht. Hillary Clinton, wenn sie siegen wird, muß politisch in der Partei nach links rücken um die Millionen von Bernie Sanders Unterstützern für sich zu gewinnen. Es ist zwar keine Revolution, aber durchaus ein großer politischer Erfolg des Senators aus Vermont.

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