Der „Hochstapler“ räumt ab

Donald Trump und Hillary Clinton denken nach dem heutigen Abend schon an November. In ihren Reden hielten sie sich nicht mehr lange mit dem Vorwahlkampf auf, für sie geht es jetzt ums Oval Office. Zwar sind beide noch nicht ganz am Ziel ihrer Träume, doch der „Super Tuesday“ hat die Weichen in den Parteien gestellt. Trump hat mindestens sieben Bundesstaaten gewonnen (Alaska steht noch aus), Clinton konnte sich in sieben Wahlen durchsetzen. Ted Cruz gewann in seinem Heimatstaat Texas und in Oklahoma, Marco Rubio lag in Minnesota vorne und Bernie Sanders war Sieger in Vermont, Oklahoma, Colorado und Minnesota.

Hillary Clinton blickt nach dem erfolgreichen "Super Tuesday" auf die Wahl im November. Foto: Reuters.

Hillary Clinton blickt nach dem „Super Tuesday“ auf die Wahl im November. Foto: Reuters.

Clinton und Trump sind damit so gut wie durch. In zwei Wochen wird in Florida, Illinois, Missouri, North Carolina und Ohio gewählt, dann steht das endgültige Ergebnis fest. Bei den Demokraten ist der Ton in den letzten Wochen nicht ausgeufert, beide Kandidaten zeigen Respekt voreinander und werden sicherlich gemeinsam am eigentlichen Wahlziel, dem Einzug ins Weiße Haus, arbeiten können. Bei den Republikaner sieht das schon anders aus. Donald Trump wird geliebt oder gehasst. Auch wenn sich der Sieger am heutigen Abend ganz präsidial gab, Ted Cruz und Marco Rubio hielten sich in ihren Reden nicht zurück. Cruz beschrieb sich als den einzigen Kandidaten, der Trump schlagen kann. Doch das sagte auch Rubio. Beide beschrieben Trump als einen Lügner und Betrüger, als jemanden, der die republikanische Partei spalten wird, wenn man ihn nicht noch stoppe. Die kommenden Wochen werden noch blutig.

Donald Trump gab sich am Abend ganz gelassen, er machte deutlich, dass ohne ihn nichts mehr geht. In seiner Rede schoß er sich schon auf Hillary Clinton ein, wiederholte seine aberwitzigen Wahlkampfversprechungen von der Grenzmauer zum südlichen Nachbarn, die von Mexiko selbst bezahlt werden wird.

Und auch Hillary Clinton sah den Vorwahlkampf für beendet an. Bei den notwendigen Delegierten liegt sie uneinholbar vor Bernie Sanders. Was jedoch beeindruckend ist, Clinton bewegte sich in den letzten Wochen immer mehr auf Sanders zu, auf dessen politische Aussagen, Forderungen, Absichten. Clinton will die Partei geeint in die Novemberwahl führen, das machte sie immer wieder deutlich, das erklärte sie auch am Dienstagabend. Der politische Gegner heißt für sie Donald Trump, darauf konzentriert sie sich nun.

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