„Mal ganz logga bleim!“

Donald Trump hier, Donald Trump da. Doch Donald Trump ist noch lange nicht der Kandidat der republikanischen Partei. Auch, wenn das viele in Deutschland gerne sehen würden, denn das würde ihr Bild von den bekloppten Amerikanern bestätigen. Nach wie vor heißt es ja von Flensburg bis Garmisch, in den USA könnte auch Ronald McDonald oder Mickey Mouse gewählt werden.

Donald Trump sieht sich als "number one" in der Partei. Foto: AFP.

Donald Trump sieht sich als „number one“ in der Partei. Foto: AFP.

Klar, Trump hat am gestrigen Abend sieben von 11 Wahlen gewonnen. Die Liste sieht gut aus: Alabama, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Virginia, Vermont und Arkansas. In New England genauso wie in den Südstaaten. Damit punktete der Milliardär bislang in zehn Bundesstaaten. Beachtlich, vor allem auch deshalb, weil niemand Trump das zutraute. Lange Zeit wurde er belächelt, nicht ernstgenommen, als Reality-TV Clown im seriösen Politgeschäft abgetan.

Der Donald hat in den letzten Monaten und Wochen den Republikanern vorgeführt, was für eine kaputte Partei aus der Lincoln- und Reagan-Partei geworden ist. Der „Grand Old Party“ laufen die Wähler weg. Sie setzen auf einen Außenseiter, der mit kräftigen Parolen als Heilsbringer gefeiert wird. Und das Establishment der Partei hat keine Antworten, wartete zu lange ab, in der Hoffnung, alles wird sich schon richten.

Donald Trump ist noch nicht der Kandidat der Republikaner. Er hat zwar siegen, aber sich nicht deutlich mit den erkämpften Delegiertenstimmen vom Feld absetzen können. Nach dem „Super-Tuesday“ hat er lediglich 316 Wahlstimmen für den Parteitag. Ted Cruz auf Platz zwei liegt mit 226 Stimmen durchaus in Reichweite dahinter. Doch aus der Parteizentrale kann man hören, dass die Wahl zwischen Trump und Cruz einer Entscheidung zwischen Erschießen und der Giftspritze gleichkomme. Danach kommen Marco Rubio mit 106, John Kasich mit 25 und Ben Carson mit 8 Stimmen. Bislang waren die Vorwahlen nicht nach dem Motto „the winner takes it all“, also der Sieger im Bundesstaat bekommt alle Wahlmänner gutgeschrieben. Das wird sich nun ändern und darauf bauen Trumps Kontrahenten und Parteigegner. Jetzt wird der Wahlkampf erst richtig dreckig, fies, brutal, eine Ansammlung von Anfeindungen, Unwahrheiten, Tiefschlägen, persönlichen Diffamierungen.

Trump ist also noch einholbar. Am Samstag geht es in Kansas, Kentucky, Louisiana und Maine an die Wahlurnen. Am kommenden Dienstag steht der dicke Brocken Michigan an und am 15. März die alles wohl entscheidenen Bundesstaaten Florida, Illinois, Missouri, North Carolina und Ohio. Alles entscheidend könnte dann aber auch heißen, dass keiner der Kandidaten, auch nicht Trump, die notwendigen 1237 Delegiertenstimmen für den Parteikonvent vom 18. – 21. Juli in Cleveland erhält. Ohne Mehrheit eines Kandidaten würde dann erst auf dem Parteikongress eine Entscheidung fallen. Das wäre eine fatale Situation für die Republikaner, denn bis dahin flösse Blut. Von einer Einigung, einer gemeinsamen Front gegen die verhasste Hillary Clinton wäre man dann Welten entfernt.

Donald Trump hat die Partei nicht gespalten. Schon in den letzten Jahren waren die tiefen Gräben zwischen dem Establishment der GOP und dem Tea-Party-Flügel nicht mehr zu überbrücken. Trump hat lediglich weitere Schützengräben im Minenfeld der Reagan-Partei gebuddelt.

 

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