Trump marschiert weiter

Nur der Texaner Ted Cruz kann Donald Trum noch stoppen. Foto: Reuters.

Nur der Texaner Ted Cruz kann Donald Trum noch stoppen. Foto: Reuters.

„Ted Cruz hat in Maine gewonnen, denn das liegt ja gleich neben Kanada“. Ein typischer Trump-Satz in diesem wahnwitzigen Wahlkampf. So was hat Amerika und die Welt noch nicht gesehen. Am Abend stand es bei den Republikanern 2:2. Zwei Siege für Donald Trump (Louisiana und Kentucky, zwei Siege für Ted Cruz (Kansas und Maine). Marco Rubio und John Kasich lagen unter ferner liefen und müssen sich nun ernsthaft die Frage gefallen lassen, was sie eigentlich noch in diesem Wahlkampf wollen. Rubio tönt nach wie vor, er ist der einzige Kandidat, der die Partei gegen Trump einen kann. Das klingt ungefähr so überzeugend, wie wenn ich meinen fast 16jährigen Neffen, ein Leichtathletik-Ass, zum 1000 Meter Lauf herausfordere und ihm erkläre, ich war 1984 auf dieser Distanz Schulmeister an der Staatlichen Realschule Nürnberg. Einfach lächerlich! Kasich hingegen zielt wohl auf den Vize-Präsidentenposten ab, das will er mit einem Sieg im wichtigen „Swing-State“ Ohio beweisen.

Ab Ende März Ende werden zwei Kandidaten bis zum Wahlkonvent im Juli marschieren: Donald Trump und Ted Cruz. Zwei Persönlichkeiten, die keiner im republikanischen Establishment auch nur annähernd gut finden kann. Trump der Egomane, Cruz der christliche Fundamentalist. Beide vertreten nicht die Mehrheit der Partei. Zu lange hat man in der GOP zugeschaut, was da passiert. Das Ergebnis: auf dem Highway ist die Hölle los, doch in der Zentrale der Partei kam das nicht an. Dort hieß es nur, das richtet sich schon, das wird schon, kein Grund zur Sorge. Doch mit jeder Umfrage, mit jedem Wahlsieg von Trump und auch Cruz wurden die Sorgenfalten der alten Herren in der Grand Old Party tiefer. Und nun ist es zu spät. Die verbliebenen Rubio und Kasich, die in den Parteireihen als gemäßigt gelten, sind hoffnungslos abgeschlagen. Mit der zwangsläufigen Nominierung von Trump oder Cruz schwinden die Aussichten auf einen Erfolg in der Novemberwahl. Selbst dann, wenn die Kandidatin der Demokraten die verhasste Hillary Clinton sein wird. Amerika ist derzeit wahrlich „out of its mind“, doch trotz allem nicht bereit, einen Präsidenten Donald Trump oder Ted Cruz ins Oval Office zu schicken.

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