Es bleibt spannend

Ted Cruz schlägt Donald Trump, Bernie Sanders gewinnt gegen Hillary Clinton. Wisconsin macht die Rennen um die Nominierungen der Republikaner und Demokraten wieder spannend. Trumps Niederlage kann er sich größtenteils selbst zuschreiben, doch da ist auch eine Partei, die ihn nicht haben will. Das wurde in Wisconsin ganz deutlich, wo Gouverneur Scott Walker, selbst anfangs der Hoffnungsträger im Präsidentschaftswahlkampf, sich hinter Ted Cruz positionierte und diesen massiv unterstützte. Hinzu kamen viele konservative Talk-Show-Moderatoren, die auch offen gegen Trump und für Cruz Stellung bezogen. Ted Cruz bezeichnete am Dienstagabend seinen Sieg als einen Wendepunkt im Wahlkampf, als Anfang vom Ende des Trump-Kaptitels. Soweit ist es noch nicht, gerade auch, weil man davon ausgehen kann, dass Ted Cruz in zwei Wochen eine krachende Niederlage in New York erleben wird. Mit den „New York Values“ hat es Cruz nicht so sehr. Darauf baut Donald Trump, der nun auf seinen Heimatstaat und Kalifornien setzt. Zwei der noch wichtigen offenen und an Delegierten reichen Staaten.

Bernie Sanders will es noch schaffen. Foto: Reuters.

Bernie Sanders will es noch schaffen. Foto: Reuters.

Bei den Demokraten konnte sich in Wisconsin Bernie Sanders mit seinem Ruf nach einer „politischen Revolution“ durchsetzen und verpasste Hillary Clinton eine deutliche Schlappe. Sanders ist obenauf, sechs der letzten sieben Wahlgänge konnte er für sich entscheiden und damit deutlich machen, dass er noch lange nicht am Ende ist. Nun blickt man auch bei den Demokraten auf den großen Delegiertenkuchen in New York. Hillary will dort endlich dem Bernie-Spuk ein Ende setzen. Zu lange schon dauert dieses Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden. Es zehrt an Clinton, die zwar mithilfe der Superdelegierten weit vor Sanders liegt, aber ohne die Stimmen der gesetzten Parteimitglieder ist der Vorstand deutlich geschrumpft. Auch konnte Hillary Clinton bislang nicht die vielen jungen Wähler von Bernie Sanders für sich gewinnen. Doch auf New York und Kalifornien baut auch Bernie Sanders, der mit seinem engagierten Wahlkampf gerade in den Uni-Städten und liberalen Hochburgen im Land ankommt.

In beiden Rennen bleibt es nach Wisconsin also spannend. In beiden Lagern beginnt die Rechnerei. Bei den Republikanern wird es wohl bis zum Parteikonvent keinen klaren Sieger geben, keinen, der die notwendige Mehrheit der Delegiertenstimmen auf sich vereinen kann. Bei den Demokraten sieht es trotz des jüngsten Durchmarsches von Bernie Sanders nach einem Wahlsieg von Hillary Clinton aus. Doch Hillary, das wird immer deutlicher, wird angeschlagen aus dem Vorwahlkampf kommen, denn viele in der eigenen Partei sehen sie nicht als die ideale Kandidatin der Demokraten. Was die Partei dann nur einige könnte, wäre der Gegner, sei es ein Egomane wie Donald Trump oder ein Erzkonservativer wie Ted Cruz.

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