Clinton haut den Trump

Klar, es sieht nach deutlichen Siegen von Hillary Clinton und Donald Trump aus. Doch so klar ist das gar nicht. Zumindest, wenn man sich die Wählerzahlen einmal genauer ansieht. Hillary Clinton liegt bei etwa einer Million Wählerstimmen. Donald Trump hat weniger als die Hälfte. Auch Bernie Sanders liegt in der New Yorker Wählergunst noch weit vor dem Milliardär.

Aber diese harten Zahlen interessieren das Trump-Lager so gar nicht. Sie erklärten am Dienstagabend, die Chancen ständen gut, dass im November nach über 30 Jahren endlich wieder ein Republikaner New York gewinnen könnte. Man muß sich ernsthaft fragen, ob die da im Trump-Tower zu viel Schampus schlürfen.

Bernie Sanders hat die Demokraten ganz neu aufgestellt. Foto: Reuters.

Bernie Sanders hat die Demokraten ganz neu aufgestellt. Foto: Reuters.

Bernie Sanders war an diesem Abend vom Ausgang der Wahl zurecht enttäuscht. Er hatte sich sicherlich mehr erhofft, zumindest eine deutlich knappere Niederlage. Daraus wurde nichts, damit sind seine Hoffnungen auf einen Sieg gegen die Über-Demokratin Clinton in weite, sehr weite Entfernung gerückt. Eine Chance Hillary Clinton noch einzuholen besteht nach der Klatsche in New York nicht mehr. Doch er wird wohl weitermachen, auch wenn er sich überraschend einen Tag Auszeit daheim in Vermont gönnen will.

Für Bernie Sanders geht es um mehr, als nur um seine Person. Er hat mit seinem Wahlkampf eine Massenbewegung in den USA und vor allem in der demokratischen Partei entfacht. Ein bedeutender Teil der Demokraten will wieder über urdemokratische Themen reden, sie einfordern, sie zur Wahl stellen. Das erinnert etwas an die Grundwertediskussion innerhalb der deutschen Sozialdemokraten. Die SPD sollte durchaus einmal einen genaueren Blick auf den amerikanischen Wahlkampf, besonders auf den des Senators aus Vermont wagen. Wie er neue Wähler gewinnt und alte zurück in die Partei holt ist mehr als beeindruckend.

 

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