Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben

Trump tingelt durchs Land. Er will die republikanischen Reihen hinter sich schließen, auch wenn er schon mehrmals betont hat, es interessiere ihn nicht, ob das Establishment der Partei für ihn oder gegen ihn sei. Als Rubio, Cruz und dann auch noch Kasich aufgaben, der Weg zur Nominierung für Donald Trump frei war, herrschte das Grauen in der Lincoln und Reagan Partei. Begreifen konnte fast niemand den Durchmarsch des Donald, auch wenn so einige auf FOXNews versuchten, das Unvorstellbare erklären zu können. Trump spaltet die Republikaner und zeigt auf, dass die „Grand Old Party“ mehr ein durcheinander gackernder Hühnerhaufen geworden ist.

Egal ob New York, Chicago oder San Diego, die Frisur sitzt bei Donald Trump. Foto: Reuters.

Egal ob New York, Chicago oder San Diego, die Frisur sitzt immer auf Wahlkampfauftritten Donald Trumps. Foto: Reuters.

Als Trump den Sieg im Vorwahlkampf für sich erklärte war das Entsetzen groß. Viele, wie Mitt Romney und die Bushs erklärten, sie werden den Donald nicht unterstützen, sie werden auch nicht zum Wahlparteitag nach Cleveland reisen. Etliche Großfinanziers der Republikaner meinten öffentlich, sie werden keinen Cent für den New Yorker Showman geben.

Doch die Worte sind schnell verhallt. So hat der Milliardär Stanley Hubbard, der zuvor die „Stop Trump“ Kamapgne finanzierte, erklärt, er sei nun bereit Gelder für die „Stop Hillary“ Initiative zu spenden. Auch andere Superreiche wollen Schecks für Trump unterschreiben, auch wenn sie vorher andere Kandidaten im Rennen unterstützten. Und auch in der Partei selbst hat sich die Stimmung geändert. Der Grund ist nicht, dass Donald Trump nun seinen Ton verändert hat, ganz im Gegenteil, Trump greift weiter ehemalige Konkurrenten, Minderheiten, Frauen, Bündnispartner an, lügt weiterhin bis sich die Balken biegen, haut verbal drauf, ohne Rücksicht auf Verluste. Der Grund für die wachsende Trumpfront bei den Republikanern ist vielmehr der Gegner. Hillary Clinton war, ist und bleibt das rote Tuch für die Konservativen im Land. Geliebt wird Donald Trump in den eigenen Reihen nicht. Weite Teile der Republikaner verachten ihn, sehen ihn als Störenfried, als Gefahr für die Partei und das Land.

Doch Hillary ist für sie noch schlimmer, viel schlimmer. Der Hass auf Clinton führt zu einem Zweckbündnis bei den Republikanern. Die Aussage ist klar, nur Trump kann Hillary noch stoppen. Über die Konsequenzen macht sich kaum jemand Gedanken. Das ist eine seltsame Logik, denn nach Trump wird bei den Republikanern nichts mehr so sein wie vorher. Wenn er verliert, muß sich die Partei auf alle Fälle erneuern, neu ausrichten. Wenn er gewinnt, wird die Partei zu einem Donald Trump Zirkus. Man kann sich vorstellen, dass er niemanden neben sich dulden wird. Die One-Man-Show des Millardärs würde damit auch das Ende der Republikaner bedeuten. Man kann die Situation auch ganz einfach beschreiben. Mit Donald Trump hat die Partei die Selbstauflösung gewählt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *