Die Revolution entlässt ihre Kinder

Das war dann doch ein deutlicheres Ergebnis als erwartet. 55,9 zu 43,1 Prozent sah der Sieg oder die Niederlage aus, wie man es eben sehen will. Kalifornien „didn’t feel the Bern“. Der Traum für Bernie Sanders Präsidentschaftskandidat der Demokraten zu werden ist damit ausgeträumt. Sanders verlor sogar in den äußerst progressiven und liberalen Bezirken wie San Francisco, Alameda (Oakland), Contra Costa (Berkeley). Ein Problem, dass für den Senator in Kalifornien alles entscheidend war, die Wählerbeteiligung war niedrig, was bedeutet, die vielen jungen und Neuwähler in seinen Reihen nutzten ihr Wahlrecht nicht. Vielleicht sollte man da in Zukunft ansetzen und ihnen erklären, gewählt wird nicht lautstark und mit Pappschild auf der Straße, sondern in Wahllokalen.

Bernie Sanders wird mit erhobener Faust aus dem Rennen scheiden. Foto: Reuters.

Bernie Sanders wird mit erhobener Faust aus dem Rennen scheiden. Doch damit ist er nicht am Ende. Foto: Reuters.

Hillary Clinton schrieb am Dienstagabend Geschichte. Sie ist mit den Siegen in New Jersey, New Mexico, South Dakota und Kalifornien die erste Frau, die zur Präsidentschaftskandidatin einer der beiden großen US-Parteien wird. Daran führt kein Weg mehr vorbei. Bernie Sanders weiß das, auch wenn er am Wahlabend erklärte, er werde bis zum Parteitag in Philadelphia Ende Juli weitermachen. Sanders wird, ja muß einen Rückzug antreten. Das Gespräch mit Barack Obama am Donnerstag in Washington wird schon als ein erstes Zeichen eines geordneten Ausstiegs aus dem Wahlkampf gesehen. Der Präsident und auch Hillary Clinton hatte nur gute Worte für die mitreißende Kampagne des Senators. Bernie Sanders machte am Dienstagabend auch deutlich, dass eines der Hauptziele in dieser Wahl sei, Donald Trump zu stoppen. Dessen aggressiver, xenophober, schmieriger und verletzender Wahlkampf ohne Rücksicht auf Verluste dürfe nicht zu einem Sieg im November führen. Damit machte der Senator klar, dass er sich auf alle Fälle hinter Hillary Clinton stellen wird.

Und auch seine Unterstützer sollten das tun. Zwar umwirbt Donald Trump frustrierte Bernie Sanders Wähler mit den Worten, das Wahlsystem sei ein abgekartetes Spiel und er als Außenseiter sei für sie die richtige Alternative zum Senator. Doch darüber kann man nur lachen. Inhaltlich sind beide soweit voneinander entfernt wie Sonne und Mond. Bernie Sanders wird nun in den kommenden Tagen und Wochen an seiner Handschrift im Wahlprogramm der Demokraten arbeiten. Hillary Clinton wird das schlucken müssen, sie weiß, ohne den Senator aus Vermont wird sie nicht ins Weiße Haus einziehen können.

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