10% stimmten für Hillary

Etwas stimmt nicht in der amerikanischen Demokratie. Nehmen wir das Beispiel Kalifornien. Normalerweise findet im Golden State kein Vorwahlkampf statt, bis die Bürgerinnen und Bürger in Kalifornien an die Reihe kommen, ist meist alles schon entschieden. Da kann man sagen, man geht nicht wählen, „bringt ja nichts“.

Mickey Mouse stand zum Glück in Kalifornien nicht zur Wahl. Foto: Reuters.

Mickey Mouse stand zum Glück in Kalifornien nicht zur Wahl. Foto: Reuters.

Doch diesmal war das anders. Es gab ein Duell zwischen zwei Kandidaten, und nicht nur das, es ging dabei nicht nur um zwei Köpfe, Hillary Clinton und Bernie Sanders lieferten sich einen inhaltlichen Wahlkampf. Was will man mehr? Hinzu kam, dass der Senator aus Vermont vor riesigen Menschenmengen sprach, Begeisterung mit seiner Message nach einer politischen Revolution auslöste. Clinton, die noch vor wenigen Monaten uneinholbar vorne lag, lieferte sich am Ende ein Kopf an Kopf Renngen gegen Sanders.

Der Ausgang war dann ernüchternd, Hillary Clinton siegte mit rund 12 Prozentpunkten vor Bernie Sanders. Der hatte es nicht geschafft seine junge „Fanbasis“ – von Wählerbasis kann man hier nicht mehr sprechen – an die Wahlurnen zu bringen. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung bei dieser Vorwahl bei gerade mal 30 Prozent. Und das sind nicht 30 Prozent von 100 Prozent Wahlberechtigten. Nein, nur 70 Prozent aller Wahlberechtigter im Bundesstaat Kalifornien sind auch als Wähler registriert. Anders als in Deutschland, wo jeder Wahlberechtigte automatisch von der Stadt, in der er oder sie gemeldet ist eine Wahlkarte zugeschickt bekommt, muß man sich in den USA selbst registrieren. Die Hürde liegt damit höher, entschuldigt aber nicht dafür, dass von den Wahlregistrierten nur 30 Prozent ihre Stimme abgaben.

Dieser Wahlausgang bedeutet, dass im bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA gerade mal 10 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für Hillary Clinton gestimmt haben. Von der großen „Jugendbewegung“ für Bernie Sanders hat man in den Wahllokalen nicht viel gespürt. Die Erst- und Jungwähler sollten nun also bis zum Wahltag im November eine Lektion darin erhalten, dass eine Wahl die Stimmabgabe bedeutet und nicht nur das lärmende Getöse auf der Straße. So viel anders ist es in Deutschland ja auch nicht, nur die USA sind hier leider Spitzenklasse.

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