Die „Käufliche“ oder der „rassistische Troll“

Wen soll man nur wählen? In diesem Wahlkampf treten zwei Kandidaten gegeneinander an, die in beiden Lagern nicht gerade geliebt werden. Donald Trump spaltet seine derzeitige Wahlheimat, die Republikaner, wie kein anderer vor ihm. In den konservativen Reihen haben viele beschlossen einfach nicht zur Wahl zu gehen. Das ist ihre Entscheidung im Kampf ums Weiße Haus. Mitschuldig an einem Präsidenten Donald Trump wollen sie nicht werden, nach dem Motto „ich hab‘ ihn ja nicht gewählt“. Ganz so weit gehen und Hillary Clinton wählen, um Trump zu stoppen, werden Republikaner dann doch nicht. Lieber eine Nichtwahl oder vielleicht noch eine Stimme für Gary Johnson, den Kandidaten der Libertarian Party.

Bernie Sanders ist nun als Brückenbauer gefragt. Foto: Reuters.

Bernie Sanders ist nun als Brückenbauer gefragt. Foto: Reuters.

Hillary Clinton wird ebenfalls von einem weiten Teil ihrer Demokraten nicht geliebt. Selbst viele Frauen sind von der ersten weiblichen Kandidatin für den Job des „Commander in Chief“ nicht gerade begeistert. Und wenn man im Vorwahlkampf Bernie Sanders unterstützt hat, dann, so scheint es, steht man nun vor der Wahl Beelzebub oder Luzifer, Erhängen oder Erschießungskommando, Ersticken oder Ertrinken. Die Wahl wird zur Unwahl.

52 Prozent der Bernie-Wähler erklärten zwar in den jüngsten Umfragen, dass sie im November mit Bauchkrämpfen für Clinton stimmen werden. Der Grund ist einfach, nicht Hillary überzeugt sie, sondern Trump müsse verhindert werden. 18 Prozent der Befragten meinten, sie werden für Gary Johnson votieren, der durchaus einen soliden Wahlkampf führt und mit guten politischen Ideen überzeugen kann. 22 Prozent der Sanders-Jünger wollen jedoch für den Milliardär aus New York stimmen. Sie sagen, im Weißen Haus müsse endlich ein Außenseiter einziehen. Auch wenn man mit vielen, ja den meisten Äußerungen und politischen Ideen von Trump nicht überein stimme, Trump ließe sich im Vergleich zu Clinton nicht kaufen. Wie man den Sprung von Sanders zu Trump schaffen will ist für mich schleierhaft. Trump steht für alles, für was Sanders nicht steht. Ich hoffe, ich werde bis November noch jemanden treffen, der diesen Richtungswechsel gehen will und dann hier im Blog berichten.

Hillary Clinton hofft derzeit auf eine offizielle Unterstützung durch Bernie Sanders. Denn damit würde Sanders seinen Millionen von Wählern ganz deutlich vor Augen führen, dass der eigentliche Gegner nicht Hillary Clinton heißt, sondern Donald Trump. Jener Trump, der eine Mauer bauen, Muslime nicht einreisen lassen will. Jener Trump, der die Pressefreiheit in den USA beschränken, Umweltgesetze außer Kraft setzen will. Jener Trump, der auf der Weltbühne den harten Macho spielen will, der „Global Warming“ anzweifelt. Sanders ist nun gefragt politische Brücken zur eigenen Partei zu bauen. Nur so lässt sich das Undenkbare für die USA verhindern.

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