944 verlorene, gestohlene, verlegte Waffen

Neunhundertundvierunvierzig! 944 Schußwaffen, die seit 2010 aus dem Besitz von Polizeieinheiten in Kalifornien verloren gingen, gestohlen oder verlegt wurden. Betroffen sind Cops auf den Straßen in Städten wie San Francisco, Oakland, San Mateo und anderen, aber auch Polizeieinheiten wie FBI, ICE, DEA, dazu National Park Rangers, BLM, Mitarbeiter vom Wald- und Feuerschutz. Und wir reden hier nicht nur von kleinkalibrigen Handfeuerwaffen, wie die Zeitungsgruppe „Bay Area News Group“ nach einer längeren Recherche herausfand: 600 halbautomatische Pistolen und Revolver, 251 Shotguns, 27 Sturmgewehre, 16 Jagdgewehre, 15 Scharfschützengewehre, 12 Granaten- und Tränengaswerfer, 1 Maschinengewehr, 22 nicht weiter definierte Knarren.

Immer mal wieder gelangen Polizeiwaffen in die falschen Hände. Foto: Reuters.

Immer mal wieder gelangen Polizeiwaffen in die falschen Hände, manche werden für Verbrechen genutzt. Foto: Reuters.

Nur ein Bruchteil der Waffen wurde wieder gefunden, einige von ihnen tauchten auch wieder auf – in Schießereien. Das Problem wurde im vergangenen Jahr ganz offensichtlich, nachdem die 32jährige Kate Steinle auf einem Pier in San Francisco erschossen wurde. Ein illegaler Einwanderer, der zuvor mehrmals abgeschoben worden war, hatte mit einer geklauten Polizeiknarre die junge Frau getroffen. Nicht gezielt, er schoss damit einfach so durch die Gegend, wie er nach seiner Verhaftung erklärte. Die Waffe gehörte einem FBI-Agenten und war zuvor aus dessen geparktem Wagen geklaut worden.

Danach blickte man gezielt auf dieses Problem. Die Zeitungen der „Bay Area News Group“ begannen mit einer umfassenden Recherche, sammelten Daten von lokalen Polizeieinheiten, kalifornischen Einsatzkräften und Bundespolizisten, insgesamt wurden 240 Behörden in Kalifornien genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis war überraschend und gleichzeitig alarmierend. 944 Schußwaffen waren verschwunden oder zeitweise nicht im Besitz der Beamten. Eigentlich müssten Waffenbesitzer ihre Knarren sichern, wegsperren, auch und vor allem in Einsatzfahrzeugen, was aber offensichtlich in vielen Fällen nicht geschieht. Doch Dienstwaffen gingen auch in Taxis, in Fitnessclubs verloren oder wurden auf dem Autodach und sogar in einer Toilette liegen gelassen.

Eines der Probleme ist, so die Zeitungsrecherche, dass es keine einheitliche Richtlinie gibt, wie Dienstwaffen gelagert und gesichert werden sollen. Das soll sich nun ändern. Politiker aus allen Lagern und auf allen Ebenen fordern nun den sicheren Umgang und eine allgemeingültige Sicherung von Einsatzwaffen. Der normale Menschenverstand scheint nicht zu funktionieren, von daher müssen nun neue Gesetze her. Mal sehen, was die Waffenlobbyisten der „National Rifle Association“ (NRA) dazu sagen wird?

 

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