„Happy Birthday USA“

Eine Bootsparade läutete den Nationalfeiertag ein.

Eine Bootsparade läutete den Nationalfeiertag ein.

Nach 20 Jahren in den USA habe ich nun endlich auch mal eine „4th of July“-Parade erlebt. Und die war am 3. Juli, nachts um halb elf, eine Gruppe beleuchteter Boote fuhr um einen See in der UP von Michigan. Fahnen und Musik zwischen Country und Classic Rock, die Zuschauer am Ufer schossen Raketen und Feuerwerk ab, dazu immer mal wieder „USA, USA“ Rufe. All das erinnerte mehr an eine nächtliche „Art-Car“ Show auf der Playa während des „Burning Man“-Festivals in der Wüste von Nevada, als an eine „Proud to be American“ Parade, wie man sie sich so vorstellt. Hier oben, hoch im Norden, laufen eben viele Dinge anders ab.

An diesem 4. Juli werden wieder Reden geschwungen, die Größe der Nation beschworen, für ein paar Stunden die Einheit der Amerikaner gelobt. Und das in einem Wahljahr, in dem es so deutlich wird, dass durch die amerikanische Gesellschaft ein tiefer San Andreas Graben verläuft. Lange hielt der Burgfrieden sowieso nicht, denn Donald Trump beschimpfte kurz nach seinem „Happy 4th of July“-Tweet seine Kontrahentin Hillary Clinton als „Crooked“. Und die schoss umgehend mit einem Video-Tweet gegen Trump zurück. Der Wahlkampf macht vor nichts eine Pause.

An diesem Tag feiern die USA ihre Unabhängigkeit von Großbritannien. Am 4. Juli 1776 unterschrieben Thomas Jefferson, John Adams und Benjamin Franklin die „Declaration of Independence“. Darin erklärten sich die 13 Kolonien auf dem Kontinent als neue Nation. Dazu gehörten:  Delaware, Pennsylvania, New Jersey, Georgia, Connecticut, Massachusetts Bay, Maryland, South Carolina, New Hampshire, Virginia, New York, North Carolina und Rhode Island mit den Providence Plantations. Seitdem feiern die Amerikaner diesen Tag als Nationalfeiertag, mit BBQ und Feuerwerk, Paraden, vielen Fahnen und patriotischer Musik. Die „Stars and Stripes“ sieht man in diesen Tagen überall. Fahnen an Häusern, an Autos, auf Sweat- und T-Shirts, an Hundehalsbändern auf Fingernägeln. Amerika feiert sich selbst, Gründe dafür gibt es – auch mit einer kritischen Distanz – sicherlich genug. Von daher: „Happy Birthday USA“.

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