Donald Trump hatte diesmal Recht

Gerade lief das erste gemeinsame Interview von Donald Trump und Mike Pence in der Sendung „60 Minutes“ auf CBS. Und ich muss sagen, Trump hat sich für den richtigen Vize-Kandidaten entschieden. Pence weiß wie er die absurden Ideen und Verbalergüsse von Trump in richtige Worte packen muss, um so zu überzeugen. In diesem Wahlkampf wird Donald Trump den direkten Angriff gegen Hillary Clinton fahren und Mike Pence diskret aber treffend von den Seiten zustoßen. Das wurde auch in diesem Interview deutlich. Trump redet von „lying, crooked Hillary“, Worte, die Pence nie sagen würde.

Er könnte Donald Trump über die Ziellinie helfen. Mike Pence, Gouverneur von Indiana. Foto: Reuters.

Er könnte Donald Trump über die Ziellinie helfen. Mike Pence, Gouverneur von Indiana. Foto: Reuters.

Mike Pence ist der Gouverneur von Indiana, war zuvor für 12 Jahre Kongressabgeordneter. Er ist beliebt bei den christlichen Fundamentalisten und hat nach wie vor sehr gute Kontakte zu den alten Kollegen im Kongress. Er weiß, wie die Maschinen in Washington funktionieren. Und er hat Erfahrungen in der Regierungsarbeit, etwas das Donald Trump fehlt. Pence erschien auch in diesem Interview auf CBS als ruhiger und kühler Kopf neben dem Egomanen Trump. Zum ersten Mal kam ich ins Grübeln, ob Donald Trump nicht doch der nächste Präsident der USA sein könnte. Auch seine deutlichen Worte nach den Terrorangriffen in Orlando, in Paris, den Schießereien in Dallas und heute in Baton Rouge zeigen einen Kandidaten, der zumindest verbal etlichen Wählern eine Sicherheit bietet. „Border“, „Security“, „Law and Order“, „Make America great again“, das sind die Slogans mit denen Donald Trump seit nunmehr über einem Jahr die Amerikaner bombardiert und bearbeitet. Es scheint Früchte zu tragen, immerhin konnte er sich in einem brutalen Vorwahlkampf durchsetzen.

Amerika ist sicherlich nicht weit offen für den selbsternannten „law and order“ Kandidaten Trump und seine katastrophalen Aussagen. Wenn die Demokraten nach acht Jahren Obama verlieren, dann liegt das einzig und allein an Hillary Clinton, einer Kandidatin, die nicht hätte antreten dürfen. Clinton war und ist das rote Tuch der Republikaner und der gesamten konservativen Bewegung im Land. Und wie der Vorwahlkampf zeigte, ist sie selbst in den eigenen Reihen mehr als umstritten. Hillary hat zu viele politische Skandale überlebt und zu viele politische Leichen im Keller angehäuft. Niemand in den USA hat all die Kontroversen um Hillary Clinton vergessen und das Trump-Lager gräbt derzeit alles wieder aus, auch für jene Wählerinnen und Wähler, die während der Bill Clinton Administration noch gar nicht auf der Welt waren.

Ich bin gespannt, wie sich die nächsten Wochen und Monate entwickeln werden. Und ja, das unwohle Gefühl weicht gerade nicht. Trump/Pence könnten…. nein, sie können nicht. Oder doch?

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