Die Partei der Angst

Wenn man sich so die Reden auf dem republikanischen Wahlparteitag anhört, dann steht es nicht gut um dieses Land. Raub, Mord, Vergewaltigung, Terror. Eigentlich müsste hinter jedem Busch ein böser Bube, Kerl oder höchstwahrscheinlich ein „radical, extreme Islamist“ warten, um mir am liebsten sofort und gleich die Kehle durchzuschneiden, mich mit einer vollautomatischen Knarre zu durchsieben und dazu noch „Allahu Akbar“ rufen. All die Reden auf dem Parteikonvent der Republikaner drehen sich um ein Land, in dem einen nur angst und bange sein kann.

Die Cleveland-Show des Donald Trump. Foto: Reuters.

Die Cleveland-Show des Donald Trump. Foto: Reuters.

Mit dieser Aussage wollen Trump & Co punkten, ins Weiße Haus einziehen, „Leader of the free world“ werden. Amerika soll so wieder „great“ werden, in dem zuerst einmal die USA schlecht geredet werden. Denn Tatsache ist, seit 25 Jahren fällt die Kriminalitätsrate. Die Mordrate ist noch immer sehr hoch, aber sie hat sich halbiert. Was sich verändert hat, ist, die allgegenwärtige, polarisierende und blutige Berichterstattung über Gewaltverbrechen. Das gab es so bislang nicht. Und darauf baut Trump.

Sowieso ist die Cleveland-Show des Donald Trump die Heiligsprechung eines Mannes, der diese viertägige Bauchpinselei mehr als genießt. Für einen Egozentriker wie Trump muß das doch der absolute Kick sein, wenn ihm tagelang gehuldigt, er in allen Reden als der Retter der „YOU-ESSS-AAAA“ und des Abendlandes gepriesen, ohne ihn, so scheint es, das Land und die Kultur dem Untergang preisgegeben wird.

Donald Trump soll die Partei auf diesem Wahlkonvent einen, klar ist, das wird er nicht schaffen. Wahrscheinlich will er es auch gar nicht. Die Rednerliste weist keine kritischen Stimmen auf, sie sind nicht zugelassen. Nur Stars und Sternchen, zweit- und drittklassige Politiker, nervige Blogger und Kommentatoren, bekannt aus dem Hausfunk der GOP, FOXNews, stehen am Rednerpult. Das einzige was immer wieder die gesamte „Quicken Loans Arena“ zum Jubeln bringt ist der gemeinsame Hass auf Hillary Clinton. Nicht Trump und seine fehlende politische Vision einen die Partei, sondern einzig und allein jene Frau, die für sie all das repräsentiert, was in den USA schief läuft. Auch eine Art der politischen Einheit. Die Zukunft des Landes wird auf einem Hassgebilde aufgebaut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *