The United States of Schlaraffenland

Friede, Freude, Eierkuchen, dazu Jobs, „Law and Order“ und Flächenbombardements. Amerika wird wieder „great“ gemacht. Nach vier Tagen Wahlparteitag der Republikaner erscheinen die USA als ein Land am Rande des Abgrunds und werden schon bald wieder als „God’s country“, als das gelobte Land auferstehen. All das verspricht er, der Heilsbringer, im weltlichen Leben Donald Trump genannt.

Donald Trump denkt groß. Foto: Reuters.

Donald Trump denkt groß. Foto: Reuters.

Vier Tage Jubelveranstaltung, Lobreden auf einen Mann, dem so einige glauben, das Land mit simplen Parolen und wütenden Brandreden wieder auf den bewährten Kurs zu bringen, der selbst so nie in den USA gefahren wurde. Kapitän Trump ist bereit für die Kaffeeausfahrt. Ein starker Führer für eine geschwächte Nation, so empfinden es manche. Die meisten der Republikaner jedoch sehen sich vor die Wahl gestellt Hillary Clinton oder Donald Trump. Sie schlucken lieber die Kröte mit Überkämmfrisur, als die verhasste Hillary zu wählen oder sie mit einer Nichtwahl indirekt zu unterstützen.

Was Donald Trump da am Donnerstagabend in Cleveland alles versprochen hat, wird selbst er im Falle einer Wahl nicht einhalten können. Trump malt da bunte Bilder des Schlaraffenlandes in die aufgeheizte Luft der „Quicken Loans Arena“. Es fehlten wirklich nur noch die Versprechungen von Schokoladenbrunnen, Limonadenbächen, Gummibärchen an den Bäumen. Er wolle der „Law and Order“-Präsident werden, mit ihm werde die Kriminalität ausgemerzt. Wie er das schaffen will, dazu schwieg er. Er werde der Jobs-Präsident werden, Firmen dazu anhalten wieder in den USA zu produzieren und Unternehmen, die im Ausland fertigen wollen, mit Strafzahlungen belegen. Kein Wort davon, dass Trump jahrelang die Fanartikel aus seinem Shop, seine Bücher, seine Spiele, all die Produkte mit „Trump“ darauf, in China produzieren ließ. Kein Wort davon, dass viele Amerikaner die produzierenden Jobs gar nicht mehr wollen, die der Milliardär in seinem dreistöckigen New Yorker Penthouse verspricht. Er werde die internationalen Verträge aufkündigen und neu verhandeln, Jubel im Saal, vielleicht auch deshalb, weil man gerade an die Märchenstunde mit Onkel Donald erinnert wird. NAFTA, NATO, UN, TTIP, Iran-Nuklear Deal, all das und mehr will Trump neu aushandeln und dabei amerikanische Führungsqualitäten beweisen. Er ist ja der „Deal Maker“. So, als ob sich Clinton, Bush, Obama in den letzten 25 Jahren da ganz einfach über den Tisch haben ziehen lassen. Ach ja, Donald Trump will ja auch noch die Mauer an der mexikanischen Grenze bauen lassen. Und klar, Mexiko zahlt dafür. Die ersten 100 Tage in der Trump-Adminstration werden „busy“ sein.

Es ist dieser „American Dream“, den Trump da derzeit ins amerikanische Bewußtsein hämmert. Wir sind die beste, die innovativste, die größte Nation der Welt. Wenn wir wollen, können wir alles, sogar den Terrorismus besiegen, ein Land ohne Kriminalität sein, der Weltwirtschaft die Nase zeigen, „America First“. Und dann ist da auch noch Gott auf unserer Seite, immerhin wurde er ja nach jedem Wortbeitrag angerufen. Da kann doch nun wahrlich nichts mehr schief gehen mit Trumps Plänen. Es sei denn, sein „American Dream“ würde dann doch zu einem „American Nightmare“ werden.

 

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