Und nun blicken wir nach Philadelphia

Hillary Clinton soll in Philadelphia gefeiert werden. Foto: Reuters.

Hillary Clinton soll in Philadelphia gefeiert werden. Foto: Reuters.

Der Parteitag der Republikaner ist vorbei – nun sind die Demokraten dran. Was ist zu erwarten?

Ich denke, die Demokraten werden sich mit einer Art Gegenparteitag positionieren. Die Republikaner haben ja in der vergangenen Woche ein eher düsteres Bild der USA gezeichnet. In fast jedem Wortbeitrag ging es um die Gefahr und die Angst vor Terroristen und Kriminalität. Und das, obwohl seit 25 Jahren kontinuierlich die Mordrate in den den USA gefallen ist. Trump will mit “Law and Order” die Wähler gewinnen. Clinton hingegen wird auf Jobs setzen und vor allem betonen, dass man das Land wieder zusammen führen muß. Grundsätzlich kann man wohl einen anderen Ton auf dem demokratischen Parteitag erwarten. Der republikanische Konvent war ja schon sehr mit Hassrufen gegen Clinton durchsetzt, wie “Lock her up”. Sowas wird es in Philadelphia nicht geben.

Wie unterscheidet sich der Parteitag von dem der Republikaner, gibt es Besonderheiten?

Der große Unterschied ist sicherlich, dass die Partei geeinter ist als die der Republikaner. Das heißt, man wird US Präsidenten dort sehen, also Bill Clinton und Barack Obama. Man wird kritischen Stimmen in den eigenen Parteireihen Redezeit gewähren, also Bernie Sanders und auch Elizabeth Warren. Beide unterstützen nun Clinton, aber sie vertreten einen anderen Flügel in der Partei. Das tut den Demokraten sogar gut. Es werden sicherlich auch nicht nur zweit- und drittklassige Entertainer und Promis, wie bei den Republikanern, auf der Bühne stehen. Es wird aber auch ein protziges Fest werden. Was auch besonders ist, am Dienstag werden einige Mütter von Afro-Amerikanern sprechen, deren Söhne durch Polizeigewalt getötet wurden. Ein krasser Gegensatz zum „Law and Order“ und „Blue Lifes Matter“ Republikaner Parteitag.

Donald Trump hat die Nominierung angenommen – wie wird sich Hillary Clinton am Parteitag verhalten?

Hillary Clinton wird sich feiern lassen. Ganz sicher. Man wird die einstige First Lady strahlend auf der Bühne erleben. Auf diesen Augenblick hat sie ja lange hingearbeitet. Es war ein anstrengender Wahlkampf, aufreibender als sie erwartet hatte. Niemand hatte mit solch einem Zuspruch für Bernie Sanders gerechnet. Clinton wird das zu schätzen wissen und versuchen die Partei hinter sich zu einen. Das wird durch Zusagen an den linken Flügel der Partei, also dem Sanders-Lager, geschehen, aber die Reihen sollen auch damit geschlossen werden, dass man auf den Gegner blickt. Hillary ist das rote Tuch für die Republikaner. Donald Trump ist auf alle Fälle der absolute politische Alptraum für die Demokraten. Und den will man nun gemeinsam verhindern.

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